TBV Lemgo - Der HSV rettet sich über die Ziellinie - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Der HSV rettet sich über die Ziellinie

Was für ein Drama! 50 Minuten lang nahm der HSV den Kiel-Schreck TBV Lemgo auseinander. Doch am Ende mussten die 13.171 Zuschauer in der ausverkauften Color Line Arena zittern. Erst sechs Sekunden vor Schluss erzielte Krzysztof Lijewski das Siegtor zum 32:31 (17:10). Vor dem Duell drehte sich alles um den Wechsel von Lemgos "Mimi Kraus" zum HSV. Wann kommt der Nationalspieler nach Hamburg - im Sommer oder erst 2011? Boss Andreas Rudolph will sich im DSF-Interview nicht in die Karten gucken lassen: "Er ist ein herausragender Spieler. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass er irgendwann beim HSV spielt."

Und Kraus erwischte eine ganz schwache erste Halbzeit. Der Nationalmannschafts-Kapitän wurde von der aggressiven HSV-Abwehr zu vielen Fehlern gezwungen. Die Hamburger waren hochmotiviert und führten schnell mit 6:1 (12.). "Matti" Flohr erzielte dabei gleich drei Tore zum Start, anschließend drehte Marcin Lijewski auf, versenkte die Bälle wie ein Hurricane im Netz. 17:10 stand es zur Pause, Riesen-Applaus gab es für die HSV-Spieler.

Nach vier Gegentoren am Stück trat dann der HSV wieder aufs Gaspedal. Aber nach der 29:20-Führung (50.) verlor der Tabellenführer die Konzentration. Lemgo schaffte 20 Sekunden vor Schluss den Ausgleich zum 31.31. Dann hämmerte Krzysztof Lijewski dem Ball sechs Sekunden vor dem Ende ins Tor. Lemgo protestierte. Der Angriff des HSV soll nicht regelkonform gewesen sein. Doch das Tor zählte. Letzter Angriff Lemgo, Rolf Hermann versuchte es, HSV-Keeper Bitter hechtete in die linke Ecke, wehrte den Ball ab.

Krzysztof Lijewski, einer der beiden Matchwinner: "Wir haben mit viel, viel Glück gewonnen. Bei meinem letzten Tor habe ich einfach nur den Ball genommen und drauf gehauen."

"Jogi" Bitter, der den letzten Ball entschärfte, sagte: "Ich habe mich am Ende nur auf den letzten Ball fokussiert. Eine Abwehrhand war noch dran, deswegen kam er nicht so doll und ich konnte ihn noch sehen."

HSV-Sportchef Christian Fitzek lobte die Einstellung und Stimmung des ganzen HSV Hamburg: "Alle haben heute gebrannt. Vom Parkplatzwärter bis zu den Profis. Wir hatten den Sieg verdient. Und die tollen Fans ebenso. Es war Gänsehautstimmung in der Arena."