Champions League: Deutsches Quartett in der Favoritenrolle - Der Kampf um die beste Ausgangsbasis - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Champions League: Deutsches Quartett in der Favoritenrolle

Der Kampf um die beste Ausgangsbasis

Deutschland stellt die erfolgreichste Nation in der Männer-Champions-League – das ist schon nach dem achten Spieltag der Gruppenphase klar. Das deutsche Quartett hat sich komplett und vorzeitig fürs Achtelfinale qualifiziert – an den beiden abschließenden Spieltagen geht es für Kiel, Hamburg, Flensburg und die Löwen nun darum, sich eine optimale Ausgangslage für die K.o.-Runden zu verschaffen.

In Runde 9, die aus deutscher Sicht bereits am Donnerstag mit der Partie St. Petersburg – Flensburg beginnt, gehen alle vier Bundesligisten als Favoriten ins Rennen. Wichtig: Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe haben im Achtelfinale Heimrecht im Rückspiel.

 

International betrachtet können drei weitere Teams ihr Ticket fürs Achtelfinale lösen, und es stehen entscheidende Spiele um die vierten Plätze in den jeweiligen Gruppen an.

 

Gruppe A:

Rhein Neckar Löwen– Vive Targi Kielce (Sonntag, 17 Uhr, live auf Eurosport)

FC Barcelona-Borges– Chambery Savoie  (Sonntag, 17.15 Uhr)

THW Kiel– RK Pivovarna Lasko Celje  (Sonntag, 18.45 Uhr, live auf Eurosport)

 

Die Top 3 treffen jeweils zuhause auf die Mannschaften, die auf den Rängen vier bis sechs platziert sind – die Favoritenrollen scheinen also klar verteilt. Während der THW und die Löwen darauf aus sind, ihre Spitzenpositionen zu verteidigen, kann CL-Rekordsieger FC Barcelona mit einem Erfolg beziehungsweise schon einem Remis über Chambery (Frankreich) den Einzug ins Achtelfinale sicherstellen. Noch liegen die Katalanen zwei Punkte hinter den Löwen und drei hinter Kiel.

Die Löwen müssen in ausverkaufter Halle in Eppelheim gegen das Wenta-Team aus Kielce just auf Torwart Slawomir Szmal verzichten, der sich einer Knieoperation unterzog und in den kommenden vier Wochen durch Markus Rominger ersetzt wird. Somit ist der Pole nur Zaungast gegen seinen künftigen Arbeitgeber, in dessen Reihen mit Mariusz Jurasik ein anderer ehemaliger Löwe steht. Die Mannheimer konnten zu Wochenbeginn erst einmal durchatmen, denn der FC Barcelona verzichtete auf den ursprünglich angekündigten Protest nach dem 38:38 am Sonntagabend. Der Punkt bleibt also bei den Löwen – die gegen Kielce Revanche nehmen wollen für das 23:23 im Hinspiel. Die Polen haben den Einzug ins Achtelfinale bereits verpasst.

 

Der THW Kiel will indes seine Tabellenführung gegen RK Celje verteidigen. In der heimischen Sparkassen-Arena sind die Zebras in dieser CL-Saison noch ungeschlagen, gaben noch nicht einmal einen Punkt ab und sind auch gegen die Slowenen großer Favorit. Der CL-Sieger 2003 verlor in der Winterpause seine stärksten Spieler aufgrund von Finanzproblemen, sicherte sich aber einen sensationellen Sieg gegen Kielce und haben die Hoffnung auf das Achtelfinale noch nicht aufgegeben. „Wir müssen 100 Prozent konzentriert aufspielen, Celje hat immer noch starke Spieler in seinen Reihen“, sagt Welthandballer Filip Jicha vor der Partie. Sollte Celje gewinnen – was einer Sensation gleich käme – und gleichzeitig verliert Chambery in Barcelona, wären die Slowenen bereits für das Achtelfinale qualifiziert.

 

Gruppe B:

IK Sävehof   – HSV Hamburg  (Samstag, 16.20 Uhr, live auf Eurosport)

KIF Kolding– MKB Veszprem  (Samstag, 16.15 Uhr)

Montpellier HB– Tatran Presov  (Sonntag, 16 Uhr)

 

Nach der unerwarteten Heimniederlage gegen Montpellier kann es für den HSV Hamburg in den beiden abschließenden CL-Partien nur noch darum gehen, den dritten Platz zu erreichen. Derzeit liegt der Bundesliga-Tabellenführer als Vierter einen Punkt hinter Kolding, trifft im letzten Spiel der Gruppenphase allerdings noch zuhause auf die Dänen, die es am Samstag mit Gruppen-Spitzenreiter MKB Veszprem zu tun haben. Somit kann der HSV bereits durch einen Erfolg bei den bereits ausgeschiedenen Schweden aus Sävehof  einen entscheidenden Schritt in Richtung Rang drei machen. Der zweite Platz (Montpellier hat drei Punkte Vorsprung auf den HSV) scheint außer Reichweite, da die Franzosen am Sonntag auf das sieglose slowakische Team von Tatran Presov treffen und dort ganz klarer Favorit sind.  Spannend in dieser Gruppe, in der bereits alle vier Achtelfinal-Teilnehmer feststehen, dürfte lediglich noch werden, ob Veszprem oder Montpellier als Gruppensieger weiterkommen. Beide treffen am letzten Spieltag in Frankreich aufeinander.

 

Gruppe C:

Kadetten Schaffhausen– Chekhovski Medvedi (Mittwoch, 19.30 Uhr)

Pick Szeged– Cuatro Rayas Valladolid (Samstag, 18 Uhr)

HC Dinamo Minsk– Aab Handbold (Sonntag, 15 Uhr)

In der einzigen Gruppe ohne deutsche Beteiligung stehen bislang Chechov und Valladolid als Achtelfinal-Teilnehmer fest – alle vier übrigen Teams können rein rechnerisch noch weiterkommen, aber am 9. Spieltag wird sich auch hier die Spreu vom Weizen trennen. Bereits am heutigen Mittwoch kann Chechow den Gruppensieg mit einem Erfolg in Schaffhausen vorzeitig perfekt machen. Auf der anderen Seite ist diese Partie die große Chance für die Schweizer den Fuß in die Tür zum Achtelfinale zu bekommen. Die Ungarn aus Szeged können sich mit einem Erfolg über die derzeit schwächelnden Spanier aus Valladolid ebenfalls schon für die Runde der letzten 16 qualifizieren. Und in der Partie der zuletzt sehr starken Weißrussen aus Minsk gegen Aalborg (Dänemark) entscheidet sich zumindest, wer definitiv aus dem Rennen ist.

 

Gruppe D:

St. Petersburg HC– SG Flensburg-Handewitt (Donnerstag, 16 Uhr, live auf Eurosport)

Bosna Sarajewo– HCM Constanta (Samstag, 19 Uhr)

Renovalia Ciudad Real   – RK Ossiguranje Zagreb (Sonntag, 19 Uhr)

Nach dem grandiosen und historischen Heimsieg gegen Ciudad Real reist die SG Flensburg-Handewitt voller Selbstbewusstsein nach St. Petersburg. Zu ungewohnter Anwurfzeit (Donnerstag, 16 Uhr deutscher Zeit) sind die Norddeutschen klarer Favoriten beim russischen Vizemeister, der von Dimitry Torgowanow trainiert wird und zuletzt sogar in Sarajewo verlor. Mit einem Erfolg bei den Russen, die im Hinspiel mit 34:22 überrollt wurden,  und einem abschließenden Sieg gegen Bosna könnte Flensburg sogar noch vom Gruppensieg träumen. Derzeit hat die SG – gemeinsam mit Zagreb – einen Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Ciudad Real. Sollten Flensburg und Zagreb am Ende punktgleich sein, wären die Kroaten aufgrund der um zwei Treffer besseren Tordifferenz im direkten Vergleich besser platziert. Aber Zagreb ist am Sonntag nur Außenseiter bei Ciudad Real, das im Hinspiel in Kroatien nur 30:30 spielte. Sollten die Spanier und Flensburg am neunten Spieltag gewinnen, wäre der SG der zweite Platz wohl sicher. Eine besondere Partie wartet auf den Mazedonier Kiril Lazarow, der mit Ciudad Real auf seinen Ex-Club trifft. Im dritten Spiel will Sarajewo mit dem zweiten Sieg in Folge gegen Constanta die noch vor ihnen liegenden Teams aus Rumänien und Russland überholen. Auch in dieser Gruppe, in der die SG, Ciudad Real und Zagreb schon als Achtelfinal-Teilnehmer feststehen, können noch alle drei übrigen Teams Vierter werden.