THW Kiel - Ein Tag mit Christian Sprenger - Der Neuzugang des THW Kiel berichtet aus dem Trainingslager des Deutschen Meisters - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Ein Tag mit Christian Sprenger

Der Neuzugang des THW Kiel berichtet aus dem Trainingslager des Deutschen Meisters

Christian Sprenger ist einer der Neuen beim THW Kiel. Für 250.000 Euro kaufte ihn der deutsche Rekordmeister dem SC Magdeburg ab, für den er elf Jahre spielte. Der HANDBALLWOCHE erzählt er, wie es ihm im Trainingslager in Lingen ergeht.

7.30 Uhr: Eigentlich klingelt sein Handy mit einem besonders nervigen Ton. Heute hat er es auf 7.40 Uhr verstellt und wird von den Betreuern geweckt. Sprenger: "Das ist peinlich."
8 Uhr: Bis acht Uhr soll sich die Mannschaft im Speisesaal einfinden. Seit Co-Trainer Ole Viken Haferbrei auftischen lässt, ist der 26-Jährige heiß auf das Büffet. "Ich habe schon meine Freundin Beate angerufen. Sie soll den Schleim sofort besorgen." Der Sport- und Fitnesskaufmann saugt Neues auf wie ein Schwamm. Das Rauchen gewöhnte er sich vor sechs Wochen ab. "Die ersten Tage waren chaotisch, jetzt vermisse ich nichts", sagt der Rechtsaußen, der früher zehn bis 15 Zigaretten pro Tag rauchte.
9 bis 11 Uhr
: Wenn der Ludwigsfelder zur Trainingshalle geht, dann mit Vorfreude auf das Krafttraining. "Ich spüre, dass sich mein Körper verändert. Das ist geil." Weniger Feuer entfachen die intensiven Waldläufe. "Ich laufe gern schnell, aber ungern lang." In Magdeburg wäre er aber flotter gewesen als die Torhüter. Das sei nun anders. "Titi (Thierry Omeyer, Anm. d. Red.) ist unglaublich. Das ist der fitteste Torhüter der Welt." Während Omeyer mit Momir Ilic und Kim Andersson vorne um die Wette rennt, läuft Sprenger im Mittelfeld.

12 Uhr: Das Mittagessen empfindet der 47-fache Nationalspieler als Highlight. "Darauf freue ich mich den ganzen Tag. Das ist super." Angenehm findet er die Regel, dass der Tisch erst verlassen werden darf, wenn der letzte sein Mahl beendet hat. "Das entspannt."
bis 15.30 Uhr:
Zeit für Behandlungen. "Meine Mama sagt immer, wie gut ich es doch hätte, weil ich immer einen Physio habe", sagt Sprenger, der sich im Hotelkeller Verklebungen im lädierten Sprunggelenk lösen lässt. "Sie sollte mich hier mal schreien hören. Aber - ich spüre eine Verbesserung." Noch bleibt Zeit für eine Pause auf dem Zimmer, schlafen wird er nicht. "Ich komme sonst aus dem Tritt." Die Matratze liegt auf dem Boden, das Bett ist für den 1.90-Meter-Mann zu kurz. "Die Betten sind furchtbar." Pech für ihn, dass er seinen iPod vergessen hat. "Ich höre gerne alternative Bands wie Placebo, auf Spiele stimme ich mich aber auch mal mit Rammstein ein." In seinem BMW X5 dreht er gerne die Musik laut auf und singt mit. "Gut hört sich das aber nicht an."
15.30 Uhr: Um 15 Uhr werden die Spieler geweckt, eine halbe Stunde später gibt es bei Kaffee und Kuchen Videoschulung. "Klar interessiert mich Taktik, aber ich bin keiner, der den anderen sagt, wie sie zu spielen haben."
17 bis 19 Uhr
: Der Nachmittag beginnt mit einem Fußballspiel. Sprenger fehlt. "Die letzten beiden Male musste ich anschließend operiert werden, außerdem kann ich es auch nicht." Verletzungen verhinderten seine Teilnahme an der WM 2007 und der EM 2008. Bei der WM 2009 riss nach 16 Minuten das Innenband im Knie. Das soll sich nicht wiederholen. Alle anderen Übungen, Taktik und Koordination, saugt er auf. "Ich bin heiß auf die Saison."
ab 20 Uhr:
Abends bleibt für den müden "Sympathisanten" des FC Bayern München, der sich das Zimmer im Trainingslager mit Tobias Reichmann teilt, nicht viel Zeit. Ein paar SMS, ein Telefonat mit Beate, eines mit Kumpel Jörn Eschholz. "Ein korrekter Typ - ich bin eher ein Chaot."

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