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Der stille Spielmacher Bartlomiej Jaszka

>Die Füchse Berlin sind attracktiv geworden: Für Zuschauer, für Spieler - und für andere Clubs. Die Haupstädter haben inzwischen Spieler in ihren Reihen, die durchaus Begehrlichkeiten konkurrierender Clubs wecken, wie Nationaltorhüter Silvio Heinevetter oder den dänischen Internationalen Torsten Laen, den beiden wichtigsten neuen Gesichtern dieser Saison.

Der Spieler, der im dritten Jahr bei den Füchsen immer mehr auf sich aufmerksam macht, ist Bartlomiej Jaszka. Zum Leidwesen von Trainer Dagur Sigurdsson und Manager Bob Hanning eher ein stiller und sehr bescheidener Typ, doch am Ball legt der Mittelspieler der polnischen Nationalmannschaft schnell seine Zurückhaltung ab. Mit feiner Übersicht, blitzschnellen Antritten und enormer Torgefährlichkeit gibt er dem Spiel seiner Mannschaft entscheidende Impulse. Jaszka kann aber auch, wie zuletzt beim 29:24-Auswärtserfolg in Großwallstadt, als vorgezogener Mann vor der eigenen Abwehr den Spielaufbau des Gegners vor Probleme stellen.

Wenn die Berliner die defensivere Abwehrvariante wählen, sitzt der nur 1,85m große Jaszka jedoch auf der Bank, ehe er wieder die Regie im Angriff übernimmt. "Momentan ist er einer der besten besseren Mittelspieler der Welt. Zum absoluten Führungsspieler fehlt ihm noch ein halbes Jahr", urteilt Bob Hanning knapp, aber prägnant. Ab 1,5 Miollionen Euro aufwärts schätzt der Füchse-Macher seinen Wert derzeit ein.

Der 26-jährige Jaszka kam im Dezember 2007 zusammen mit seinem Landsmann Michal Kubisztal vom damaligen Champions-Laegue-Teilnehmer Zaglebie Lubin an die Spree und hat den Vertrag mit den Füchsen bis zum Jahr 2013 verlängert. Er wird seinen individuellen Fähigkeiten in der nächsten Saison noch besser zur Geltung bringen können, wenn an seiner Seite mit Sven Sören Christophersen (links) und Alexander Petersson (rechts) stärkere Aufbauspieler in die Mannschaft rücken. Auch Sigurdsson ist mit Jaszkas Entwicklung sehr zufrieden: "Er wächst immer besser in die Führungsrolle hinein. Er kann auf dem Spielfeld noch deutlich bestimmender auftreten als bisher."

Gegen Melsungen machte er Raum für den blendend aufgelegten Mark Bult auf seiner rechten Seite und brachte mit geschickten Pässen Kreisläufer Torsten Laen ins Spiel. Seine Glanztat: In der 56. Minute umlief er im Kampf vier gegen sechs (zwei Füchse mit Zeitstrafen) die gesamte Deckung der Nordhessen und erzielte das 30:21.
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