HBW Balingen-Weilstetten - Die Achse Niemeyer-Jurecki-Loke nimmt die HBW-Abwehr gnadenlos auseinander - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Die Achse Niemeyer-Jurecki-Loke nimmt die HBW-Abwehr gnadenlos auseinander

>"Beide Spiele waren ganz ähnlich. Wir haben weder in der Abwehr noch im Angriff einen Fuß auf den Boden bekommen", räumte Balingens Kapitän Wolfgang Strobel ein. Alles was die Mannschaft in den letzten Spielen ausgezeichnet habe, habe am vergangenen Samstag nicht funktioniert, "dabei hatten wir uns so viel vorgenommen".

Mit einem Sieg im zweitletzten Heimspiel wollte der HBW Balingen-Weilstetten den Klassenerhalt klar machen und den Vorsprung auf den TSV Dormagen auf uneinholbare sieben Punkte ausbauen. Von der Papierform her schien der Aufsteiger der geeignete Gegner für dieses Unterfangen zu sein, schließlich hatte die Equipe von Trainer Patrik Liljestrand erst vier Punkte in fremder Halle verbucht. Aber die Achse Arne Niemeyer, Michal Jurecki und Frank Loke nahm die HBW-Abwehr gnadenlos auseinander, das deutsch-polnisch-norwegische Trio netzte 21 Mal ein. Vor allem der norwegische Kreisläufer war nicht zu halten: Er warf acht Tore und holte ein halbes Dutzend Siebenmeter heraus. "Loke wird nicht umsonst bei Europa- und Weltmeisterschaften ins All-Star-Team gewählt", wusste HBW-Abwehrchef Daniel Sauer um die Stärke des 30-Jährigen, in Griff bekam er ihn nicht: "Loke war überragend." Aber nicht nur in der Defensive habe es nicht gestimmt, so Sauer weiter, auch der erweiterte Gegenstoß habe nicht funktioniert und das Rückzugsverhalten habe zu wünschen übrig gelassen.

Und deshalb waren es eben die Nettelstedter, die in der SparkassenArena ausgelassen feiern durften. "Wir freuen uns unheimlich über unseren zweiten Auswärtssieg", strahlte Arne Niemeyer. Er habe nicht damit gerechnet, dass es so einfach werden würde in Balingen zu gewinnen: "Wir haben von leichten Fehlern des HBW profitiert. Die haben uns auf- und den Gegner abgebaut."

In der Tat konnten die Brack-Schützlinge über 60 Minuten nicht an die Leistung anknüpfen, die sie in den vergangenen Wochen abgeliefert hatten. In Durchgang eins hielten sie trotz vieler technischer Fehler noch einigermaßen mit, doch nach dem Seitenwechsel kassierten sie zum Teil in Überzahl vermeidbare Tore und lagen nach einem 4:0-Lauf des TuS mit 20:27 im Hintertreffen. "Wir mussten nach dem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause alles auf eine Karte setzen und mit einer offensiven Deckung und später dem siebten Feldspieler operieren. Aber es hat nichts geklappt", sagte Strobel geknickt. Genauso frustriert wie der Mannschaftskapitän war Regisseur Benjamin Herth, welcher den Gästen eine sehr gute Defensivleistung bescheinigte: "Die haben bei unseren Anspielversuchen an den Kreis immer eine Hand dazwischen gebracht." Hätten nicht zunächst Nikola Marinovic und ab der 17. Minute Ivan Zoubkoff glänzend gehalten, wäre die Niederlage noch viel höher ausgefallen. Trotzdem konnten auch die beiden Torhüter mit ihren zusammen 24 Paraden keine Akzente setzen "denn jeder Abpraller ist in den Händen der TuS-Spieler gelandet, die viel präsenter waren", klagte Marinovic. Und so blieben eben nur 17 gehaltene Bälle der beiden Torhüter übrig, aus denen der HBW auch Profit schlagen konnte. Hintergrund >