SG Flensburg-Handewitt - Der Abschied von Lars Christiansen - Die Legende auf Linksaußen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Der Abschied von Lars Christiansen

Die Legende auf Linksaußen

Diese Frage an Lars Christiansen dürfte gestattet sein bei 3996 Treffern in 626 Spielen für die SG Flensburg-Handewitt: Welches war sein wichtigstes Tor? Wenn der Linksaußen daran denkt, dann taucht vor seinen Augen ein Torwart in unorthodoxen, kurzen Hosen auf. Und dem er keine Chance lässt. Es war am 13. April 2003, als er in der Verlängerung des Endspiels um den DHB-Pokal auf das Essener Gehäuse zurannte und den Keeper Chrischa Hannawald überwand. Das 31:30 bedeutete den ersten nationalen Titel für die SG – und Lars Christiansen befand sich mitten im Jubel-Zentrum. „Es ist natürlich für einen Sportler ein Traum, in einem so wichtigen Spiel für die Entscheidung zu sorgen", strahlte der damals knapp 31-Jährige.


Sieben Jahre zuvor waren weder dieser bilderbuchhafte Showdown noch die sensationelle Karriere im SG-Trikot zu erahnen. Der Saison-Auftakt 1996/97 verlief blass. Beim 20:25 in Großwallstadt saß der dänische Neuzugang nur auf der Bank, im ersten Heimspiel am 21. September 1996, beim 24:20 gegen Gummersbach, glückte ihm ein mageres Törchen. Spektakulärer war da schon die Langatmigkeit seines Transfers. Für Lars Christiansen, in Sonderborg aufgewachsen, war es ein Traum in der Nachbarschaft Bundesliga-Handball zu spielen und der Kommentar von SG-Schlussmann Jan Holpert („Warum kommst du nicht zu uns?") nach einem Europapokal-Match mehr als eine Einladung. Dennoch musste der damalige SG-Manager Manfred Werner nach eigenen Angaben 20 Mal die Grenze nach Dänemark passieren, um ihn aus Kolding loszueisen.

In der Anfangszeit hatte der Neuzugang noch den Routinier Holger Schneider, immerhin 98-facher deutscher Nationalspieler, vor der Nase. Nach wenigen Monaten lagen die beiden Linksaußen in punkto Offensivkraft auf gleicher Höhe, und nach seiner 38. Partie im SG-Trikot hatte Lars Christiansen bereits den EHF-Cup in seinen Händen. Dieser Erfolg muss eine zusätzliche Motivation gewesen sein. In der Serie 1997/98 war der Däne erstmals bester SG-Schütze. Einen Status, den er elf weitere Spielzeiten verteidigte. Zwei Mal griff der fintenreiche Flügelspieler sogar zur Bundesliga-Torjägerkrone (2003, 2005). Erst in der abgelaufenen Saison musste er mit Oscar Carlén einem jüngeren Mannschaftskameraden den Vortritt lassen.


Trotz dieser enormen Torflut trank Lars Christiansen den Champagner zunächst „nur" aus internationalen „Pötten". Nach dem EHF-Cup (1997) wanderten City-Cup (1999) und Europacup der Pokalsieger (2001) an die Flensburger Förde. Auf der nationalen Bühne hielt sich indes hartnäckig das Gerede vom „ewigen Zweiten". Auch Lars Christiansen wurden in jener Zeit schwache Nerven nachgesagt. Seine Verbundenheit zur SG schwächelte indes nie. „Wir gehören zu den Top-Teams, und ich fühle mich in Flensburg sehr wohl", sagte er stets. „Warum soll ich wechseln?"


Umso schöner die Erlösung in seinem SG-Spiel Nummer 298. Sein Tor brachte den DHB-Pokal, den ersten nationalen Titel. 2004 und 2005 wiederholten er und die SG diesen Triumph. Und eine noch größere Erleichterung schwang in seiner SG-Begegnung Nummer 358 mit. Am 16. Mai 2004 besiegelte ein 41:32-Erfolg über die HSG Nordhorn die erste und einzige deutsche Meisterschaft. „Endlich, endlich, endlich sind wir am Ziel", strahlte Lars Christiansen. „Für meinen größten Erfolg im SG-Trikot war ein langer Prozess nötig."
Auf Klubebene fehlt Lars Christiansen nur der Gewinn der Champions League. 2004 und 2007 schnupperte er an der europäischen Krone, die SG stand in den Finals. Gereicht hat es nicht ganz. Trübsal bläst er deshalb nicht. Und wenn er doch mal schlechte Laune hat, kennt er die richtige Seelen-Massage. „Dann versuche ich mich an schöne Erlebnisse zu erinnern", verrät Lars Christiansen. Sein Tor vom 13. April 2003 gehört mit Sicherheit dazu.

KOMMENTARE

leilei3915, 25.08.17, 08:57 Uhr
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klaus zerkelmann, 20.08.10, 12:31 Uhr
Schade das man LC nun nicht mehr im aktiven Handball sehen wird. Oft und sehr gerne denke ich an seine tollen Spiele und mehr »
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