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Vertrauensvorschuss:

Die Liga unterstützt Martin Heuberger

Alfred Gislason erwartet «frischen Wind», Ljubomir Vranjes wünscht sich einen «regen Dialog» und Hans-Dieter Schmitz «einen Neuanfang»: Der neue Bundestrainer Martin Heuberger startet mit einem großen Vertrauensvorschuss der Bundesliga-Kollegen in sein erstes Amtsjahr.

Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa kann er sich einer breiten Unterstützung aus der Liga sicher sein. «Ich erwarte, dass er frischen Wind reinbringt, frische Ideen in den Handball. Ich hoffe, dass es eine gute Zusammenarbeit geben wird zwischen ihm und dem THW. Ich schätze Martin als einen sehr offenen Typen ein», sagte Kiels Trainer Alfred Gislason.

Am 1. Juli hat Martin Heuberger für zunächst drei Jahre die Nachfolge von Heiner Brand angetreten. Seither hat er bei seiner letzten WM als Junioren-Bundestrainer noch einmal den Titel gewonnen, Antrittsbesuche bei den Clubs gemacht, Gespräche mit Spielern geführt und sich mit der Führung des Ligaverbandes HBL getroffen. «Die Nationalmannschaft ist die Zugmaschine des deutschen Handballs. Nationalteam und Bundesliga sitzen im selben Boot, nur gemeinsam können wir den deutschen Handball voranbringen», erklärte HBL-Präsident Reiner Witte.

Eine neue Gesprächskultur von beiden Seiten soll die Spannungen wieder lösen. Zwischen Liga und Brand hatten sich wegen dessen fortwährender Kritik an mangelnder Förderung deutscher Handballer die Fronten verhärtet. «Ich erwarte einen Neuanfang, bei dem beide Seiten - Bundestrainer und die Vereine - ohne jegliche Vorbehalte aufeinander zugehen und im Sinne des Handball-Sports bestmöglich handeln und zusammenarbeiten», meinte Trainer-Urgestein «HaDe» Schmitz vom Aufsteiger Bergischer HC.

In die gleiche Kerbe schlug auch Flensburgs Trainer Vranjes. «Von der Zusammenarbeit mit dem neuen Bundestrainer erwarte ich einen regen Dialog und eine gute Zusammenarbeit», sagte der Schwede und war sich darin einig mit seinem Großwallstädter Kollegen Peter David: «Der Gedankenaustausch könnte noch intensiviert werden. Ich glaube, es wird mehr werden. Auch dass er sich häufiger bei den Vereinen informiert.»

Sympathisch, kompetent, dynamisch - bei den Bundesliga-Trainern genießt Heuberger nicht nur fachlich hohes Ansehen wegen seiner erfolgreichen Jugendarbeit mit WM- und EM-Titeln bei den Junioren, sondern auch menschlich. «Martin Heuberger schätze ich sehr. Nach seiner so erfolgreichen Arbeit im Juniorenbereich hat er sich das neue Amt redlich verdient. Auch das A-Nationalteam wird von Martin Heubergers Arbeit profitieren», sagte Markus Baur, Trainer der TuS N-Lübbecke. Heuberger war auch Brands Co-Trainer, als der einstige Spielmacher 2007 Weltmeister wurde.

Dagur Sigurdsson, bis zuletzt ebenfalls Kandidat auf den Bundestrainer-Posten, hält große Stücke auf den 47-jährigen Schutterwälder. «Ich habe Vertrauen in Martin Heuberger. Die Bundesliga darf nicht nur auf sich selbst gucken. Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber der Nationalmannschaft. Ich habe mich mit ihm schon früher getroffen und habe den Eindruck, dass wir gut zusammenarbeiten werden», meinte der Isländer von den Füchsen Berlin.

Sead Hasanefendic vom VfL Gummersbach glaubt, dass Heuberger die Arbeit von Weltmeister-Trainer Brand in ähnlicher Weise fortführen wird, fand aber auch einen Grund, den Wechsel zu bedauern: «Martin Heuberger hat in der Vergangenheit eng mit seinem Vorgänger Heiner Brand zusammengearbeitet. An der guten Arbeit wird sich deshalb nichts ändern. Allerdings haben wir nicht mehr vor Ort den direkten Kontakt zum neuen Bundestrainer, denn Martin Heuberger wohnt ja nicht wie Heiner Brand in Gummersbach.»