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Ein sensationelles Comeback

Die Löwen feiern Goran Stojanovic

Noch vor drei Wochen hatte Goran Stojanovic wie ein Häufchen Elend auf der Bank gehockt und seiner Mannschaft beim Training zugesehen. Nicht nachlassende Rückenschmerzen hatten den Torhüter des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen an den Rand der Verzweiflung gebracht. Auch die zweite Bandscheiben-OP im Mai hatte keine Linderung gebracht, Gedanken an das Ende der Karriere schlichen sich zwangsläufig ein.

Mittlerweile sieht die Welt des 34-jährigen Montenegriners wieder deutlich freundlicher aus. Den 27:24-Sieg der Löwen beim TV Großwallstadt hielt Stojanovic am Mittwochabend fast im Alleingang fest. „Er hat unglaublich gehalten“, sagte Löwen-Manager Thorsten Storm, der aus seiner generellen Bewunderung für Handball-Torhüter keinen Hehl macht: „Allein schon, wie die Jungs mühelos in den Spagat gehen, nötigt mir allergrößten Respekt ab.“

Goran Stojanovic wehrte am Mittwoch 20 platzierte Würfe der Großwallstädter ab und raubte dem Gegner damit den Nerv. „Dass er überhaupt wieder im Tor steht, ist eine enorme Leistung und vor allem seinem starken Willen geschuldet“, sagte Storm. Schmerzen habe der Torhüter nach wie vor, aber „die Ärzte haben gesagt, es kann nichts kaputtgehen“.

Ein spezielles Training, Gymnastik und Massagen helfen, den maladen Rücken zu stärken. „Goran hat vier Monate lang nicht gespielt, aber es ist, als hätte es die Pause gar nicht gegeben“, sagte Storm.  Seit einigen Wochen kümmert sich der Schwede Tomas Svensson als Torwarttrainer um die Löwen-Keeper Stojanovic und Henning Fritz und stellt sich gelegentlich auch noch selbst zwischen die Pfosten. Mit einer Leistung wie der gegen Großwallstadt dürfte Stojanovic aber die klare Nummer eins in Mannheim sein. „Für seine Leistung in Großwallstadt gibt es nur ein Wort: Weltklasse“, sagte Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson.  Stojanovic war nach der letzten Saison vom VfL Gummersbach zu den Löwen gekommen, er besitzt dort einen Dreijahresvertrag bis 2014. Mit Gummersbach gewann der montenegrinische Nationalspieler 2009 den EHF-Cup und 2010 den Europapokal der Pokalsieger. Stojanovics erste Station in Deutschland war 2005 der VfL Pfullingen.