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Erster Finanzreport zur TOYOTA HBL

Die Schere zwischen den Clubs wird größer

Nicht nur die Handball-Nationalmannschaft verjüngt sich. Auch in der TOYOTA Handball-Bundesliga macht sich ein ähnlicher Trend bemerkbar. So sieht es der sogenannte Finanzreport, der durch die Corporate Planning AG erstmals erstellt wurde. Das in Hamburg ansässige Unternehmen ermittelte, dass das durchschnittliche Alter der Spieler, die in den Klubs der TOYOTA Handball-Bundesliga an den Start gehen, von  27,23 (Saison 2006/07), auf 27,09 (Saison 2007/08) und in der laufenden Spielzeit auf 26,71 Jahre gesunken ist.

Dabei verjüngt sich die TOYOTA HBL nicht nur, sondern auch der Anteil deutscher Spieler steigt. Dieses wird deutlich bei den Platzierungen 1-6 der Tabelle. Hier senkt sich der Anteil ausländischer Spieler von 63,33 Prozent in 2006/07, um fast 10 Prozent auf 53,98 Prozent in Spielzeit 2008/09. Insgesamt betrachtet, sank die durchschnittliche Quote ausländischer Spieler in der TOYOTA HBL von Saison 2007/08 auf Saison 2008/09 um mehr als drei Prozentpunkte, von 49,56 auf 46,22 Prozent.

Mehr deutsche Spieler

Der Finanzreport stellt auch fest, dass die Kader der Erstligisten im Durchschnitt größer geworden sind. Der Anteil deutscher Spieler in diesen Kadern erhöhte sich von 9,5 (Saison 2006/07) auf 10,67 (Saison 2008/09), also um durchschnittlich mehr als einen deutschen Spieler, so der Finanzreport.

Dr. Mazurkiewicz, CP Corporate Planning AG, stellt fest. „Die Professionalität der Clubs und der Liga drückt sich auch in deren Finanzsteuerung aus. Wir freuen uns, das Controlling- und Managementinstrumente zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die analysierten Finanz- und Marktdaten dokumentieren mittels des Finanzreports, dass die TOYOTA HBL nachhaltige und nachvollziehbare Strukturen aufbaut.“

Abstand der Etats wächst

Mark Schober, Marketing und Business Development TOYOTA HBL, zum Finanzreport: „Der Finanzreport schafft allerorts Transparenz. Unsere Clubs können die eigene Entwicklung, auch im Verhältnis zu anderen Mitbewerbern, messen und hinterfragen. Die harten Fakten dienen zudem als sinnvolle Information, zum Beispiel für Sponsoren und Journalisten. Wir wollen, dass der Finanzreport unsere Entwicklung kontinuierlich darstellt und transparent macht.“

Die Schere zwischen den Clubs wird größer, stellt der Finanzreport fest. Die Entwicklung der letzten drei Saisons zeigt, dass die Schere zwischen der TOP 3 Box, im Verhältnis zu den übrigen Clubs, deutlich größer wird. So betrug der Etatabstand der ersten 6 Tabellenplätzen zu den Plätzen 7-12 in der Saison 2007/2008 rund 1,2 Millionen, in der Saison 2008/2009 bereits 1,8 Millionen Euro. Ebenfalls bemerkenswert ist die Entwicklung der Spielergehälter der TOP 3 Box, die in der Saison 2006/2007 bei knapp 2,7 Millionen lag und in der Saison 2008/09 bereits die 4 Millionen erreichte.

Sponsorenumsätze entwickeln sich positiv

Das Verhältnis der Spielergehälter zu den Ausgaben, die von den Klubs für Verwaltung und Controlling getätigt werden, hat sich zu Ungunsten der Administration verschoben. Während die Spielergehälter seit der WM 2007 in Deutschland stark angestiegen sind, reduzierten die Clubs seit der Saison 2007/08, also in der ersten Spielzeit nach der WM im eigenen Land, die Ausgaben für die Verwaltung deutlich. Ein Indiz dafür, dass höhere Investitionen für Spielertransfers getätigt werden, um im Kampf um Spieler und Titel mithalten zu können. Dieses bewirkt, dass im Verwaltungsbereich Geld eingespart werden muss.

Positiv haben sich die Sponsorenumsätze der Clubs entwickelt: Diese steigen von der Saison 06/07 durchschnittlich von knapp € 2 Millionen pro Erstligaclub, auf mittlerweile knapp 2,7 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum ist ein deutlicher Anstieg der Einnahmen aus verkauften Dauerkarten von rund 380.000 € auf knapp 500.000 € festzustellen. Ein Indiz dafür, dass sich Zuschauer langfristig an den Handball binden.

 

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