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Sparmaßnahmen können auch Spielergehälter betreffen

Dormagen muss zum Rotstift greifen

Sind auch aller schlechten Dinge drei? Nach der SG Flensburg-Handewitt und dem VfL Gummersbach erwägt auch der TSV Dormagen, bei den Gehältern seiner Spieler den Rotstift anzusetzen. Dabei haben die Rheinländer mit knapp einer Million Euro sowieso schon den mit Abstand kleinsten Etat aller Erstligisten.

Doch selbst der scheint derzeit gefährdet. "Damit die aktuelle Finanzkrise, die auch Sponsoren der Handball-Bundesligamannschaft des TSV Dormagen trifft, nicht den Spielbetrieb des Teams gefährdet, prüft die Vereinsführung rechtzeitig weitreichende Sparmaßnahmen", verkündete das einstige Werksteam, das ausgerechent seit der Rückkehr ins Handball-Oberhaus vor 15 Monaten nicht mehr vom einst namensgebenden Chemiewerk finanziell unterstützt wird.

Seriöse Geschäftsgrundlage

"Diese Prüfung betrifft unter anderem auch die bestehenden Verträge der Mannschaft. „Unsere Ziele bleiben sportlich der Klassenerhalt und wirtschaftlich weiterhin eine seriöse Geschäftsgrundlage“,  betonte Karl-Josef Ellrich, der erst kürzlich den kommissarischen Vereinsvorsitz übernommen hat. „Wir sind optimistisch, gemeinsam mit der Mannschaft, den Sponsoren und den Fans auch diese Herausforderung zu meistern. Sobald wir alle Möglichkeiten der Einsparungen sondiert haben, werden wir zügig mit der Umsetzung von Sparmaßnahmen beginnen“, sagte Ellrich, der ausdrücklich unterstrich, dass der TSV "bei den laufenden Gesprächen mit Sponsoren und Förderern auf viel Verständnis gestoßen" sei. 

Ellrich, der seit 1994 Betriebsratsvorsitzender der Bayer AG in Dormagen, seit 2005 Vorsitzender des Konzernbetriebsrats und seit vier Tagen TSV-Chef ist, stellt klar: "Ich habe dieses Amt nicht angetreten, um den Profi-Handball abzuwickeln. Wir sind zahlungsfähig, und wenn es ein Minus gibt, dann müssen wir schauen, wie wir das in den nächsten zwei, drei Jahren behoben kriegen", sagte Ellrich der 'Neuß-Grevenbroicher Zeitung'.

Vertragsauflösungen möglich

Allerdings seien auch die Spieler in der Pflicht, und das nicht nur, indem sie möglichst viele Punkte gegen den Abstieg sammeln: "Auch von anderen Arbeitnehmern wird ja erwartet, dass sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten finanzielle Abstriche machen. Warum sollen Profisportler da eine Ausnahme bilden?", fragte er.  Allerdings sei das nur als ein "symbolisches Zeichen, dass alle bereit sind, etwas zu tun" zu werten: "Unsere Spielergehälter sind nicht so hoch, als dass man damit viel einsparen könnte."

Wenn allerdings einer der Profis ein Angebot von einem anderen Verein habe, "werden wir darüber reden, ob eine Vertragsauflösung machbar sei." Das, will er festgehalten wissen, sei aber keine Aufforderung gewesen, den TSV zu verlassen und schon gar keine generelle Freigabe: "Unser Ziel ist, die Mannschaft zusammen zu halten. Das gilt vor allem für unsere jungen Spieler, in die wir viel investiert haben."