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Dormagen verliert erst Plaz, dann das Spiel

Wenigstens ein Dormagener freute sich am Freitagabend doch noch. Der Pizzabote, der eine große Lieferung direkt an den Teambus des TV Großwallstadt brachte, grinste bis über beide Ohren: Große Bestellung, gutes Trinkgeld und kein Treppensteigen.

Der Italiener war aber wahrscheinlich der einzige, der in Dormagen diesem Abend etwas Gutes abgewinnen konnte. Handball-Fans konnten jedenfalls es nicht. Denn ihr TSV verlor nach großem Kampf und guter Aufholjagd gegen Großwallstadt mit 23:25. Neben der Partie verloren die Rheinländer aber auch noch ihren Rechtsaußen Tobias Plaz. Der Linkshänder verletzte sich bereits in der dritten Minute bei einem Gegnstoß schwer am linken Knie und schied mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus.

Damit wird die Spielerdecke in Dormagen immer dünner. Nach zwei Abgängen von Stammspielern (Landsberg und Schindler) nun die Verletzung von Plaz. "50 Prozent meiner Mannschaft ist ein U21-Team", sagte Trainer Kai Wandschneider, "ich muss gestehen: Ich mache mir Sorgen um unsere Zukunft."

Diese Sorge ist sicher auch durch die sportliche wie auch wirtschaftliche Situation nachvollziehbar. Und doch macht der Auftritt gegen den TVG Mut. Dormagens Mannschaft lebt und kämpft und hat sich mit dem Gang in Liga zwei längst nicht abgefunden. Das wurde in der Partie gegen Großwallstadt vor allem in Halbzeit eins deutlich, als der TSV mit viel Engagement in der Defensive und großem Aufwand in der Offensive das Spiel offen hielt (5:6/10. und 9:9/22.).

Die Entscheidung fiel dann direkt nach der Pause. Großwallstadt zog von 11:13 auf 11:17 (35.) davon. TVG-Keeper Mattias Andersson steigerte sich, die Abwehr stand besser und Dormagens Kraft und Konzentration ließ gleichzeitig nach. Die Gastgeber brauchten gut 20 Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen. Erst dann erwachte der Ehrgeiz, das Ergebnis in Grenzen halten. Besonders Spyros Balomenos, der drei Tore in den letzten fünf Minuten erzielte, brachte den TSV dann zwar noch einmal auf zwei Tore heran, in Gefahr geriet der Sieg für Großwallstadt aber nicht mehr.