Männer-Weltmeisterschaft 2019 in Deutschland und Dänemark - Droht ein neuer Blackout im Fernsehen? - Handball - Handball-M Nationalmannschaft - Artikel - Handballwoche
Männer-Weltmeisterschaft 2019 in Deutschland und Dänemark

Droht ein neuer Blackout im Fernsehen?

Die weltweit tätige Rechteagentur MP& Silva steht laut übereinstimmenden Medienberichten vor der Pleite. Zahlreiche Verbände wie die englische Premier League, Clubs und Unternehmen warten demnach auf Millionenzahlungen von der in London ansässigen Agentur, die seit 2016 in chinesischen Händen ist. „Uns sind die finanziellen Schwierigkeiten von MP & Silva schon seit gut drei Wochen bekannt“, sagt Mark Schober, der Vorstands-Vorsitzende des Deutschen Handballbundes auf Nachfrage der HANDBALLWOCHE.

Eine Insolvenz von MP & Silva hätte weitreichende Auswirkungen im gesamten Sportmarkt – auch auf den Handball. Seit 2013 vermarktet die Agentur im Auftrag der Europäischen Handball Föderation die weltweiten Fernsehrechte der Champions League. Den größten Deal mit MP & Silva machte allerdings der Weltverband IHF: Im März erhielt die Agentur für die Rekordsumme von rund 170 Millionen Schweizer Franken den Zuschlag für die TV-Rechte-Vermarktung sämtlicher Weltmeisterschaften von 2019 bis 2025 – als Nachfolger des umstrittenen katarischen Fernsehsenders beInSports.

Die gravierenden finanziellen Probleme von MP & Silva erschüttern fünf Monate vor der Handball-Weltmeisterschaft 2019 nun die Szene. Das größte Problem besteht aktuell darin, dass weder der Weltverband, noch auch der Deutsche Handballbund oder der dänische Verband als gemeinsame Ausrichter wissen, wie es weitergeht – rund 150 Tage vor der Männer-WM 2019 in Deutschland und Dänemark ist das entstandene Rechte-Vakuum eine Katastrophe. „Mit Blick auf den Spielplan, genauer gesagt die Anwurfzeiten, oder auch mit Blick auf den Ticketverkauf ist die Situation mehr als unbefriedigend“, sagt Mark Schober und schickt in Richtung Weltverband: „Wir rechnen damit, dass die Internationale Handball Föderation die Rechte an die TV-Sender und Rechteverwerter, insbesondere für die kommende Weltmeisterschaft im Januar in Deutschland und Dänemark, schnellstmöglich vertreibt.“

Doch die Zeit drängt gewaltig. Bislang existiert kein gültiger Fernsehvertrag für den deutschen Markt. Zudem geht es auch darum, die gesamte Produktion der WM-Bilder zu organisieren. MP & Silva hatte bereits ein Team aus Experten, mit einem erfahrenen dänischen Regisseur an der Spitze angeheuert, es wurden Übertragungswagen und Kamerateams gebucht, Sublizenzen an Produktionsfirmen vergeben. Sollte MP &Silva also wirklich insolvent sein, müsste die gesamte Produktion im schlimmsten Fall neu ausgeschrieben werden. Das Horror-Szenario: Für die Handball-Fans in Deutschland droht bei der dritten Männer-WM in Folge ein schwarzer Bildschirm. Nachdem der vorangegangene Rechtebesitzer beInSports die frei empfangbaren Sender in Deutschland „aus technischen Gründen“ bei der WM 2015 in Katar und 2017 in Frankreich außen vor gelassen hatte. Vor drei Jahren sprang der Pay-TV-Sender Sky ein, vor einem Jahr waren die Spiele der deutschen Mannschaft lediglich im Internet im Livestream zu sehen. Für eine erfolgreiche Heim-WM ist jedoch eine Übertragung der Spiele in einem reichweiten, sprich öffentlich-rechtlichen Sender, unverzichtbar, betont Thomas Zimmermann, der Kommunikationschef des DHB.

Weitere Stimmen und Hintergründe sowie ein Interview mit DHB-Präsident Andreas Michelmann zu diesem Thema finden Sie in der neuen HANDBALLWOCHE Nr. 33 am 14. August.

Die weltweit tätige Rechteagentur MP& Silva steht laut übereinstimmenden Medienberichten vor der Pleite. Zahlreiche Verbände wie die englische Premier League, Clubs und Unternehmen warten demnach auf Millionenzahlungen von der in London ansässigen Agentur, die seit 2016 in chinesischen Händen ist. „Uns sind die finanziellen Schwierigkeiten von MP & Silva schon seit gut drei Wochen bekannt“, sagt Mark Schober, der Vorstands-Vorsitzende des Deutschen Handballbundes auf Nachfrage der HANDBALLWOCHE.
Eine Insolvenz von MP & Silva hätte weitreichende Auswirkungen im gesamten Sportmarkt – auch auf den Handball. Seit 2013 vermarktet die Agentur im Auftrag der Europäischen Handball Föderation die weltweiten Fernsehrechte der Champions League. Den größten Deal mit MP & Silva machte allerdings der Weltverband IHF: Im März erhielt die Agentur für die Rekordsumme von rund 170 Millionen Schweizer Franken den Zuschlag für die TV-Rechte-Vermarktung sämtlicher Weltmeisterschaften von 2019 bis 2025 – als Nachfolger des umstrittenen katarischen Fernsehsenders beInSports.
Die gravierenden finanziellen Probleme von MP & Silva erschüttern fünf Monate vor der Handball-Weltmeisterschaft 2019 nun die Szene. Das größte Problem besteht aktuell darin, dass weder der Weltverband, noch auch der Deutsche Handballbund oder der dänische Verband als gemeinsame Ausrichter wissen, wie es weitergeht – rund 150 Tage vor der Männer-WM 2019 in Deutschland und Dänemark ist das entstandene Rechte-Vakuum eine Katastrophe. „Mit Blick auf den Spielplan, genauer gesagt die Anwurfzeiten, oder auch mit Blick auf den Ticketverkauf ist die Situation mehr als unbefriedigend“, sagt Mark Schober und schickt in Richtung Weltverband: „Wir rechnen damit, dass die Internationale Handball Föderation die Rechte an die TV-Sender und Rechteverwerter, insbesondere für die kommende Weltmeisterschaft im Januar in Deutschland und Dänemark, schnellstmöglich vertreibt.“
Doch die Zeit drängt gewaltig. Bislang existiert kein gültiger Fernsehvertrag für den deutschen Markt. Zudem geht es auch darum, die gesamte Produktion der WM-Bilder zu organisieren. MP & Silva hatte bereits ein Team aus Experten, mit einem erfahrenen dänischen Regisseur an der Spitze angeheuert, es wurden Übertragungswagen und Kamerateams gebucht, Sublizenzen an Produktionsfirmen vergeben. Sollte MP &Silva also wirklich insolvent sein, müsste die gesamte Produktion im schlimmsten Fall neu ausgeschrieben werden. Das Horror-Szenario: Für die Handball-Fans in Deutschland droht bei der dritten Männer-WM in Folge ein schwarzer Bildschirm. Nachdem der vorangegangene Rechtebesitzer beInSports die frei empfangbaren Sender in Deutschland „aus technischen Gründen“ bei der WM 2015 in Katar und 2017 in Frankreich außen vor gelassen hatte. Vor drei Jahren sprang der Pay-TV-Sender Sky ein, vor einem Jahr waren die Spiele der deutschen Mannschaft lediglich im Internet im Livestream zu sehen. Für eine erfolgreiche Heim-WM ist jedoch eine Übertragung der Spiele in einem reichweiten, sprich öffentlich-rechtlichen Sender, unverzichtbar, betont Thomas Zimmermann, der Kommunikationschef des DHB, immer wieder.