Freude über ehrgeizige Torleute - Düsseldorf: Savonis kämpft für Comeback - Zoubkoff als Ersatz - Handball - Artikel - Handballwoche
Freude über ehrgeizige Torleute

Düsseldorf: Savonis kämpft für Comeback - Zoubkoff als Ersatz

Ein Blick in die Augen von Almantas Savonis verrät alles. Der Torhüter der HSG Düsseldorf würde sofort wieder zu hundert Prozent ins Training einsteigen. Ohne mit der Wimper zu zucken. Doch er darf nicht. Und das wird auch noch eine ganze Weile lang so bleiben. Bis Ende September haben die Ärzte dem 39-Jährigen jeglichen Ballkontakt untersagt. "Ich bin sauer und traurig, dass es passiert ist", sagt Savonis und blickt zerknirscht auf seine Wunde an seinem linken Arm, die bis vor kurzem noch in Gips gepackt war. Eine zehn Zentimeter lange Narbe in Form eines "Z" ziert nun seinen Unterarm und erinnert ihn tagtäglich an jene Schrecksekunde im Sommer. "Es war ein Gartenunfall", bekennt Savonis. Über weitere Details möchte er nicht sprechen. Nur so viel: Es geschah während der Saisonpause in der litauischen Heimat. In einer mehrstündigen Not-Operation richteten ihm die Ärzte drei Sehnen der linken Hand. "Fast wäre meine Karriere vorbei gewesen. Ich habe großes Glück gehabt."

Anderthalb Monate sind seit dem Unfall vergangen. In zwei Wochen darf der Schlussmann mit der Reha beginnen. Jeden Tag arbeitet der litauische Heißsporn verbissen an seinem Comeback. Neben Frank Berblinger ist er der Dauerbrenner bei der HSG. Seit sieben Jahren steht Savonis im Tor der Düsseldorfer und nun vor seiner wahrscheinlich größten Bewährungsprobe. Mit 39 Jahren will er in der stärksten Liga der Welt noch einmal angreifen. "Ich fühle mich topfit und denke ungern ans Karriereende. Solange ich sehe, dass meine Leistung stimmt, ist alles in Ordnung. Andernfalls werde ich mich im März mit Manager Frank Flatten zusammensetzen und schauen, wie es weiter geht", sagt Savonis.


Statistik spricht für Savonis

Wie wichtig er für die Düsseldorfer ist, wurde nicht nur in der letzten Erstliga-Saison 2006/07 der HSG deutlich, als er mit 412 parierten Bällen statistisch gesehen, sogar noch vor Thierry Omeyer zum stärksten Schlussmann der Liga auftrumpfte. Dennoch blieb der HSG nichts anderes übrig, als nach Ersatz zu suchen. Fündig wurde man beim Rivalen Bergischer HC. Ivan Zoubkoff, der bei den Oberbergischen zwar noch ein Jahr lang unter Vertrag steht, in den sportlichen Planungen allerdings keine Rolle mehr spielt, ist die neue Nummer zwei hinter Matthias Puhle im HSG-Tor. Zumindest so lange, bis Savonis’ linker Arm wieder fit ist. Und dann? "Dann werde ich mir eine neue Herausforderung suchen", sagt Zoubkoff.

Für ihn ist die Chance in der ersten Bundesliga zu spielen "ein super Gefühl". Die Eingewöhnungsphase verlief unproblematisch: Das Team ist nett, es läuft alles sehr gut!" Auch HSG-Trainer Goran Suton ist über seinen neuen Torhüter sehr glücklich: "Ivan ist schon jetzt ein großer Gewinn für die Mannschaft!" Wer allerdings um den verbissenen Ehrgeiz von Almantas Savonis weiß, ahnt bereits, dass die Rheinländer nicht all zu lange auf die Aushilfsdienste des sympathischen Franzosen angewiesen sein werden.