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HBL will jetzt Gummersbachs Finanzprobleme untersuchen

Düsseldorfs Protest weckt die Liga

Neuling HSG Düsseldorf hat die Bundesliga aufgeschreckt: Mit dem Protest gegen die Wertung der 18:31-Niederlage beim VfL Gummersbach hat der Aufsteiger ein Schlaglicht auf die finanziellen Engpässe beim Altmeister geworfen.

Dem Einspruch werden zwar nur wenig Chancen auf Erfolg beschieden, doch das Lizenzierungsverfahren gerät erneut auf den Prüfstand. "Sollte es bei der Lizenzierung zu Unwahrheiten gekommen sein, haben wir ein größeres Problem als den Protest", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Düsseldorfs Manager Frank Flatten hatte den Protest mit Zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Spielberechtigung für die Gummersbacher begründet. Hintergrund sind die unbestrittenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Oberbergischen.

Etat um 300 000 Euro gekürzt

Schon vor Saisonbeginn hatte der Etat um 300 000 Euro gekürzt werden müssen. Zuletzt verhandelte die Geschäftsführung um Manager Francois-Xavier Houlet mit den Spielern um eine Kürzung der Gehälter von bis zu 20 Prozent. "Die Mannschaft hat gut auf die problematische Situation in der vergangenen Woche reagiert und sich schnell bereiterklärt, dem Verein in der kritischen finanziellen Lage zu helfen. Daher ist auch keine große Unruhe in der Mannschaft entstanden", erklärte der Franzose.

Düsseldorf will nun prüfen lassen, ob Gummersbach die Löhne an die Spieler pünktlich überwiesen und die Spielgenehmigung zu Recht bekommen hat. Wegen ausstehender Zahlungen von Sponsoren klafft in der Kasse des VfL Gummersbach eine beachtliche Finanzlücke. Vier Spieler sollen zudem der Gehaltsreduzierung nicht zugestimmt haben. Sollten die in den kommenden Tagen geplanten Gespräche mit den Akteuren nicht fruchten, wird zur finanziellen Stabilisierung des Vereins auch eine Trennung von Spielern nicht mehr ausgeschlossen.

Gummersbach ist überrascht

"Wir sind vom Schritt der Düsseldorfer überrascht", sagte Vereinssprecher Holger Klein, "aber wir sehen der Sache gelassen entgegen, weil wir die Lizenz und die Spielgenehmigung von der HBL erhalten haben." Die HBL jedoch will sich des Themas Gummersbach aufs Neue annehmen, nachdem jüngst von allen Vereinen aktuelle Unterlagen eingegangen sind. "Wir werden uns mit dem VfL Gummersbach zusammensetzen. Da haben wir noch Nachfragebedarf. Wir müssen die Lizenzierung unabhängig von dem Protest überprüfen", sagte HBL- Geschäftsführer Bohmann.

Nach den vor dieser Saison verschärften Lizenzierungsrichtlinien müssen die Clubs alle drei Monate die Begleichung der laufenden Kosten belegen. In der vorigen Spielzeit hatten die HSG Nordhorn und TuSEM Essen sowie im Nachgang der Stralsunder HV Insolvenz anmelden müssen. Flatten hatte über einen Schaden von mindestens 250 000 Euro geklagt, der den Düsseldorfern durch Niederlagen gegen Clubs, die anschließend Zahlungsschwierigkeiten hatten, zugefügt worden sei. "Dass so etwas nicht wieder vorkommt, will ich durch die HBL geklärt wissen", betonte Flatten.

Dem Protest werden nur geringe Aussichten auf Erfolg beigemessen. "Ein Protest gegen die Erteilung der Spielberechtigung wird zu nichts führen. Mit der Lizenzierung wurde auch die Spielberechtigung erworben", erklärte Bohmann. Die sportliche Rechtmäßigkeit der klaren 18:31-Niederlage hatten die Düsseldorfer nie angezweifelt.

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