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Ein gefühlter Derby-Sieg für GWD Minden

Binnen dreieinhalb Minuten, es waren die letzten dreieinhalb des Spiels, verwandelte GWD Minden wie aus dem Nichts einen Fünf-Tore-Rückstand noch in ein 23:23-Unentschieden, kam zu einem "gefühlten Sieg". Überhaupt nichts mehr deutete in der 56. Minute auf diese Wendung hin. Nach Olafssons Treffer "im Nachfassen" gegen den Kreisrivalen zum 23:18 standen die Lübbecker Zuschauer auf, um sich für einen zu diesem Zeitpunkt auch in der Höhe verdienten Sieg zu bedanken. Fortan ging bei den Liljestrand-Schützlingen jedoch alles schief, während den Gästen aber auch alles plötzlich wieder glückte. Die unerschütterliche Moral Mindens war äußerst beeindruckend.

Es war kein Handball-Leckerbissen, musste es aber auch nicht, um die - wie bei jedem Derby - rappelvolle Halle zu begeistern. Der bessere Start für Dan kersen: Über 1:3 und 2:5 bis zum 5:8 nach einer guten Viertelstunde lief es wie geschmiert bei den bisher in der Saison so enttäuschenden Ratka-Mannen. Der TuS litt unter dem verletzungsbedingten Ausfall seines Shooters Michael Jurecki, es gab gleich drei Umstellungen im Rückraum durch Nettelstedts Trainer Liljestrand; auch Arne Niemeyer Ex-GWD’ler im TuS-Trikot war noch angeschlagen. Gleichwohl hatte der TuS seine Besten, wie schon beim ersten Heimspiel gegen Dormagen, in Torwart Nikola Blazicko und Rechtsaußen Thorir Olafsson. Nicht zuletzt die vielen Paraden auf Lübbecker Seite, am Ende 18, davon 17 von Blazicko und der Torhunger vom Mannschaftskapitän (acht Olafsson-Treffer) hielten die Lübbecke in Durchgang eins im Match.

In der zweiten Spielhälfte deutete ab der 45. Minute dann wirklich alles auf einen TuS-Sieg hin. Vor allem die Abwehr der Rot-Schwarzen stand exzellent. GWD wurden die Beine schwerer, zu viele Fehler führten zu leichten Toren der Gastgeber. Erst in den bereits angesprochenen letzten dreieinhalb Minuten wendete sich das Blatt noch einmal.

Traurig, dass GWD-Kreisläufer Henriksson in der 37. Minute mit Nasenbeinbruch ausschied. GWD-Trainer Ratka sieht aber keine Schuld beim Nettelstedter Gegenspieler Oliver Tesch in der Szene, die zur Verletzung führte: "Es war ein unglücklicher Zusammenprall!"