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Ein klares Bekenntnis: Die Lahnstadt steht zum Handball

>Angesichts der klammen Kassen der Kommunen verdient eine Entscheidung, die die Wetzlarer Stadtverordneten-Versammlung in der vergangenen Woche traf, viel Beachtung: Einen einmaligen finanziellen Zuschuss in Höhe von 80.000 Euro erhält die Handball-Spielgemeinschaft Wetzlar als zweckgebundene Soforthilfe für eine Minimierung der Mietkosten der Rittal-Arena. Angesichts der aus HSG-Sicht zu hohen Mietzahlung pro Saison von 325.000 € an den Hallenbetreiber sahen sich die Wetzlarer Stadtpolitiker zum Handeln gezwungen, denn immerhin gab es im HSG-Lager konkrete Überlegungen, eine neue Spielstätte auch jenseits der Lahn zu suchen.

Doch ohne das sportliche Aushängeschild in den eigenen Mauern hätte die sportliche Reputation der mittelhessischen Domstadt gelitten. Und ohne den Handball-Bundesligisten als "Hauptmieter" wäre die Nutzung und das Veranstaltungsangebot der Rittal-Arena deutlich verkümmert.

Der Wirtschaftsausschuss der Stadt hatte die Beihilfe an die Stadtverordneten-Versammlung als dem obersten Organ der Kreisstadt weiter geleitet, das mit 35:22 Stimmen der finanziellen Förderung zustimmte. "Die positive Entscheidung zeigt einmal mehr, welchen hohen Stellenwert der Spitzensport für die Stadt Wetzlar und ihre Bürger einnimmt", erklärte HSG-Aufsichtsratsvorsitzender Hardo Reimann. "Breitensport braucht Spitzensport und Vorbilder. In dem bereit gestellten Zuschuss sehe ich unsere Verpflichtung, den bisher beschrittenen Weg in aller Sachlichkeit, Zuverlässigkeit und Offenheit weiter zu gehen. Der Zuschuss hilft der HSG Wetzlar, unserer handballbegeisterten Region weiterhin Spitzensport präsentieren zu können. Die HSG Wetzlar dankt deshalb dem Stadtparlament, weil es sich bei der Gewährung des Zuschusses nicht um eine Selbstverständlichkeit handelt", so Reimann weiter.

Seinen Dank bringt der Bundesligist auch visuell zum Ausdruck. Für den Rest der Saison werden die HSG-Akteure auf ihrem Trikot mit dem Wetzlarer Logo Werbung für den Hessentag 2012 in der Lahnstadt betreiben. Dabei war es im Vorfeld der Entscheidung aufgrund der Berichterstattung der lokalen Presse zu Irritationen gekommen, weil just zu diesem Zeitpunkt ein Foto von HSG-Geschäftsführer Sascha Schnobrich publikumswirksam lanciert wurde. Das Bild, das Schnobrich mit einer "Pistole" zeigt, war allerdings schon vor vier Jahren bei einem Golfturnier des TV Großwallstadt aufgenommen worden, zu dem der "Hauptdarsteller" damals als TVG-Geschäftsführer den Startschuss gegeben hatte. Eine Bezugnahme, den Wetzlarer städtischen Gremien, mit der Schusswaffe, zu drohen, war deshalb nicht nur abwegig, sondern auch in der weiteren Diskussion überspitzt, die darin gipfelte, die HSG Wetzlar müsse sich einen neuen Geschäftsführer suchen, weil Sascha Schnobrich nicht mehr "haltbar" sei.
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