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Ein letztes Mal: Sie spielten sein Spiel

"Wir spielen sein Spiel" - unter diesem treffenden Motto stand das Benefiz-Spiel zwischen der deutschen Nationalmannschaft und dem HSV Hamburg am vergangenen Dienstag in der Hamburger O2-World. Es stimmt, "sein Spiel", das war Handball. Oleg Velyky, der gebürtige Ukrainer, der am 23. Januar 2010 im Alter von 32 Jahren in Kiew seinem Hautkrebsleiden erlag, lebte und liebte Handball. Velyky hinterlässt seine Ehefrau Kataryna und seinen Sohn Nikita.

Neben dem Sportler Velyky (Bundestrainer Heiner Brand: "Einer der besten Individualisten im Welthandball") war es eben jene trauernde Familie, die am Dienstag im Mittelpunkt stand. Der gesamte Erlös der Veranstaltung kommt der Familie zu gute. Durch Ticket-Einnahmen, Spenden, Versteigerung von Trikots etc. wurden rund 300.000 Euro eingenommen, die nun der Familie das Leben in der ukrainischen Heimat erleichtern sollen. Der Sportsender "Sport1" übertrug das Spiel (38:29 für Deutschland) live, rund 8.000 Zuschauer sahen die Partie live in der Arena. Zuvor trat bereits ein "Allstar-Team" (u.a. mit Kretzschmar, Zerbe und Baur) gegen eine Hamburger Oberligamannschaft an.

"Ich bin unglaublich froh, dass Ihr alle gekommen seid", rief HSV-Boss Andreas Rudolph, der das Event mit initiiert hatte, den Besuchern in der Arena zu, "der Handball ist eine große Familie und ist sich augenscheinlich auch der großen Verantwortung für ein Familienmitglied bewusst", ergänzte Rudolph.

Und DHB-Präsident Ulrich Strombach sagte: "Der Verein, der immer zu ihm gehalten hat, und die Nationalmannschaft, wo er so gern gespielt hat, haben Verantwortung für einen ihrer Besten übernommen. Die Handball-Familie hat wieder einmal ein Sozialverhalten gezeigt, das unserem Sport alle Ehre macht."

Es war an diesem Dienstagabend ein bewegender, wenn auch nicht tragischer Abschied von Oleg Velyky. Allein vor der Partie liefen einige Bilder seiner Karriere über den großen Videowürfel in der Arena. Auf hoch emotionale Musik oder gar tränenreiche Reden hatten die Organisatoren verzichtet. Dennoch, so gab Hamburgs Torhüter Johannes Bitter zu, war es "eines der schwersten Spiele überhaupt" für die Aktiven. Das merkte man den Handballern deutlich an. Nach dem bedeutungslosen Match standen beide Teams minutenlang auf dem Feld, jeder hing seinen Gedanken um Oleg Velyky nach. Schließlich hatten sie gerade "sein Spiel" gespielt. Und er war nicht dabei...