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Ein Platz in den Geschichtsbüchern

>So richtig traurig schien er nicht. Wladimir Maksimow, der brummige Trainer der "Bären" aus Chechov, antworte freundlich und ausschweifend auf die Fragen der internationalen Presse. Die Laune des Erfolgstrainers war trotz der Niederlage m Halbfinale gegen Barcelona überraschend gut. Äußerlich. Doch innen, der ärgerte sich Maksimow mächtig. Denn sein Traum, die Champions League zu gewinnen, zerbrach an der mächtigen katalanischen Abwehrmauer. "Ich habe als Trainer alles gewonnen, bin Olympiasieger, Welt- und Europameister, auch Europapokale durfte ich feiern, aber die Champions League, die fehlt mir noch", erklärte Maksimow und wirkte dabei plötzlich nicht mehr ganz so gut gelaunt.

Maksimow ist jedoch auch fairer Sportsmann und erkannte die Überlegenheit Barcelonas in diesem ersten Halbfinale an. Das taten auch seine Spieler. "Wenn Du gegen Barca erst einmal mit vier, fünf Toren in Rückstand bist, hast Du kaum eine Chance mehr, dafür ist das Team einfach zu erfahren", sagte Vasily Filippow, der als Spielgestalter deutlich besser agierte, als der etatmäßige Regisseur Vitaly Iwanow.

Und Linksaußen Timur Dibirow bilanzierte: "Es ist da erste Final4 in der Geschichte - da muss man dabei sein, das vergisst man selber nie mehr. Damit hast Du einen Platz in der Historie sicher."

Den hat Chechovskie Medvedi sich längst erarbeitet. Der Club gehört seit Jahren zur Elite Europas, das Umfeld ist ebenso professionell wie auch die sportliche Führung und die Handballer selbst. Seit dem Europapokal-Triumph im Wettbewerb der Pokalsieger 2006 hat sich Medvedi stetig als Meister Russlands für die Königsklasse qualifiziert. Nach Teilnahme am Achtelfinale (2007), dem Erreichen der Hauptrunde (2008) und dem Viertelfinale 2009 gelang nun der Sprung unter die letzten Vier 2010. Und damit steht auch das Ziel für 2011 fest: Einzug in das Finale. Denn dieser eine Pokal, den will Trainer Wladimir Maksimow auf jeden Fall noch gewinnen.
Chechovski Medvedi