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"Ein schwarzes Loch"

Der VfL Gummersbach bleibt der Favoritenschreck dieser Saison: Nachdem die Oberbergischen Anfang Februar den THW Kiel aus dem Pokal beförderten, schafften sie nun auch in der Bundesliga die dicke Sensation und hinterließen einen schwer geschockten HSV Hamburg. Mit 31:39 ging der Tabellenführer vor 8.855 Zuschauern in eigener Halle unter. Es war ein Tag, an dem rein gar nichts klappen wollte.

"Alles, was schief laufen kann, ist schief gelaufen", sagte Linksaußen Torsten Jansen, der 16 Tage nach seinem Muskelfaserriss ein etwas überraschendes Comeback gegeben hatte. Nach 18 Minuten - beim Stand von 10:13 - kam "Toto" auf die Platte. Schon zu diesem Zeitpunkt hakte es gewaltig beim Tabellenführer HSV. Gegen die 3:3-Abwehr der Gummersbacher fanden die Hamburger keine Mittel. Trainer Martin Schwalb änderte sein System, übertrug Domagoj Duvnjak die Rolle des Regisseurs, schickte Guillaume Gille zur Unterstützung an den Kreis. Den durchschlagenden Erfolg aber brachte die Maßnahme nicht. Dennoch war zur Halbzeit noch nichts verloren.

Nach dem Seitenwechsel setzte der HSV dann alles auf eine Karte. Schwalb nahm bei eigenem Angriff die enttäuschenden Torhüter Johannes Bitter und Per Sandström aus dem Kasten, brachte mit Pascal Hens im gelben Leibchen einen siebten Feldspieler. Mehrmals, unter anderem bei Ciudad Real, hatte der HSV-Coach bereits diese Maßnahme gewählt. Meist mit Erfolg. Gegen Gummersbach aber tat sich nun "ein schwarzes Loch auf, das alles Negative anzieht", wie es Jansen später ausdrückte. Sechs Tore warf der VfL in den verwaisten Hamburger Kasten. Selbst Torwart Goran Stojanovic gelang ein Treffer.

Unterm Strich blieb damit ein Debakel für den HSV. "Gegen Gummersbachs "Wilde-Sau-Abwehr" ist uns überhaupt nichts eingefallen", gestand Keeper Bitter. Und Trainer Schwalb zeigte angesichts seiner misslungenen taktischen Maßgaben Größe: "Ich übernehme die volle Verantwortung. Auch meine Leistung war nicht gut."