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Ein toller Saisonstart

Über das oft verwendete Humboldt-Zitat, Münden sei "eine der sieben schönstgelegenen Städte der Welt", gibt es keineschriftlichen Aufzeichnungen - ganz im Gegensatz zu den verlustpunktfreien Handballern der TG Münden, die zur Zeit in der 3. Liga Ost weit über die Grenzen des Landkreises Göttingen hinaus hohe Aufmerksamkeit genießen. Im südlichsten Zipfel Niedersachsens, dicht an der hessischen Grenze, stehen in dem rund 25.000 Einwohner zählenden Drei-Flüsse-Städtchen die Handballer derart hoch im Kurs, dass die Konkurrenz dem Senkrechtstarter mittlerweile alle Achtung zollt. "Münden war auf allen Positionen besser besetzt", erkannte bereits am ersten Spieltag Gästetrainer Thomas Brandes vom Nachbarn TV Jahn Duderstadt, den die TG Münden mit 31:23 besiegte.

"Die TG ist eine Spitzenmannschaft", gab sich der HSC Bad Neustadt und sein Trainer Matthias Obinger nach der 25:33-Niederlage klar geschlagen. Selbst Ex-Zweitligist SV Anhalt Bernburg blieb mit 36:38 in Münden auf der Strecke und auch der sieglose Aufsteiger Lehrter SV musste mit der 21:30-Heimniederlage gegen die TG tüchtig Lehrgeld zahlen.


Retortentruppe

"Ich bin einfach nur stolz", lässt Trainer Peter Rommel (50) ausrichten: "Ich hätte nie gedacht, dass wir das bisher Erreichte so schnell schaffen", zieht der seit Januar 2005 in Münden tätige Chefcoach eine erste Zwischenbilanz: "Schließlich haben wir im Sommer binnen drei Wochen eine Retortentruppe zusammengestellt."

Torjäger Martin Hummel (37/6) kam zusammen mit Til Riehn (15/3) aus der Insolvenzmasse des Ex-Zweitligisten Concordia Delitzsch, Oliver Tesch (bisher 25 Tore), brachte seine Erstliga-Erfahrung vom TuS N-Lübbecke mit. "Das sind Profis. Mit denen zu arbeiten, macht Riesenspaß", freut sich Rommel auch über Matthias Reiser (16 Treffer), der von westfälischen Oberligisten Ibbenbürener Spvg 08 nach Münden kam und Kreisläufer Dominic Leinhart (14 Tore), zuletzt in Diensten des Ex-Zweitligisten HSV Hannover.

Dazu kann der Trainer in den nächsten Wochen und Monaten noch auf Rekonvaleszenten wie zum Beispiel Andrii Doktorovych, Stefan Ditzel, Philipp Jungermann oder Florin Luca zurückgreifen. Jedenfalls hatte die TG Münden bisher und auch in den nächsten Spielen ein lösbares Programm. "Die Klopfer wie Gensungen oder Leipzig kommen aber noch", stellt Rommel die Favoritenstellung erst einmal weit in den Hintergrund.