Lange Pause für Liga, kurze Auszeit für Spieler - Ein turbulenter Jahresausklang - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Lange Pause für Liga, kurze Auszeit für Spieler

Ein turbulenter Jahresausklang

Lange Pause für die Bundesliga, kurzes Verschnaufen für die Spieler: Während die Liga nach einem turbulenten Jahresausklang für sechs Wochen in Winterschlaf verfällt, sind den meisten Handballern nur drei Tage Ruhe vergönnt.

Denn bereits am 2. Januar beginnt für fast alle Nationalspieler aus der «stärksten Liga der Welt» die Vorbereitung auf den Jahreshöhepunkt: Die Weltmeisterschaft vom 13. bis 30. Januar in Schweden.

Wenig Zeit, um die Meisterschaft aus den Köpfen zu bekommen und den Fokus auf die WM zu richten. «Im Januar werden wir uns gut vorbereiten», verspricht jedoch Nationalmannschafts-Kapitän Pascal Hens. Der Rückraumspieler hat einen Tag länger frei als die Mehrzahl seiner Kollegen, weil er mit seinem HSV Hamburg schon am Dienstag durch einen schmeichelhaften 30:28-Erfolg gegen die HSG Ahlen-Hamm Platz eins behauptet hatte.

Nur zwei Minuspunkte in 19 Spielen, drei Zähler Vorsprung auf die Füchse Berlin und gar fünf auf den Erzrivalen THW Kiel: Damit haben die Hanseaten die Grundlage geschaffen, um den Serienmeister Kiel abzulösen und erstmals den Titel zu gewinnen. Dies sei aber keine Vorentscheidung, warnte Hamburgs Trainer Martin Schwalb. Nach der WM- Pause müsse sein Team noch nach Berlin, Kiel und zu den Rhein-Neckar Löwen.

«Verlieren wir diese Spiele, brauchen wir über den Meistertitel nicht mehr nachzudenken. Aber gegenwärtig haben wir das erreicht, was wir wollten und und können», sagte Schwalb, der nach der laufenden Spielzeit von der Trainerbank auf den Sportdirektor-Posten wechselt. «Ich bin sicher, dass der HSV Hamburg Meister werden wird. Wenn nicht in dieser Saison, dann in einer bald darauffolgenden.»

Wie jedes Jahr kommt die WM- beziehungsweise EM-Pause für die Bundesliga zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Denn gerade um den Jahreswechsel sind die Arenen voll: Bei Hamm gegen Hamburg war die Dortmunder Westfalenhalle mit 10 870 Besuchern ausverkauft, der SC Magdeburg meldete vom 34:29-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 7072 Zuschauern erstmals seit dem 29. April 2007 wieder eine bis auf den letzten Platz gefüllte Bördelandhalle. Fast 6100 Zuschauer im Schnitt sahen jedes der neun Spiele. «Das zeigt, dass die Liga boomt», urteilte Handball-Ikone Stefan Kretzschmar.

Auch sportlich ging es zum Jahresausklang noch einmal hoch her in der Liga. Im Süd-Gipfel beherrschte Frisch Auf Göppingen die hoch gewetteten Rhein-Neckar Löwen beim 35:31 weit deutlicher als es das Ergebnis aussagt. «Ich bin wirklich sehr enttäuscht», sagte Löwen- Trainer Guðmundur Guðmundsson, dessen Mannschaft zeitweilig mit acht Toren hinten lag.

Lange Gesichter gab es auch beim VfL Gummersbach, der bei HBW Balingen-Weilstetten mit 28:29 den Kürzeren zog. Derweil setzte MT Melsungen seine Aufholjagd fort: Nach dem katastrophalen Start mit 0:24 Punkten feierten die Hessen mit dem 35:30 beim TSV Hannover- Burgdorf einen erneuten Sieg. Durch sieben Spiele ohne Niederlage hat sich Melsungen ans Mittelfeld herangekämpft.