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Interview mit Filip Jicha (Kiel) über seine Ziele und seine Zukunft

"Einfach ein gutes Gefühl"

Champions League-Sieger, Bester Werfer der Königsklasse, Torschützenkönig der EM und mehrfacher Deutscher Meister. Filip Jicha ist der unumstrittene Superstar in Kiel und in der HBL. Im Interview spricht der Tscheche über die neue Saison, seine Ziele und seine Motivation.

> Filip, drittes Ligaspiel, dritter Sieg. Wie haben Sie die Partie gegen Lemgo gesehen?

Filip Jicha: "Es war ein hart erarbeiteter Sieg, auch wenn das Ergebnis das nicht unbedingt aussagt. Man hat gesehen: Wenn wir 100 Prozent Leistung zeigen, wird es schwer, uns zu besiegen."

> Welche Ziele haben Sie sich für die neue Saison vorgenommen?

"Wir wollen in allen drei Wettbewerben, also in Meisterschaft, im DHB-Pokal und in der Champions League um die Titel mitspielen. Aber auf dem Rathausplatz in Kiel will ich auf jeden Fall einen Titel mit den Fans und der Mannschaft feiern."

> Kann es nach dem Super-Jahr 2009/10 eigentlich noch eine Steigerung geben?

"Es gibt immer etwas zu verbessern. Bei mir, im Team. Sie werden von uns Kielern niemals hören: So, jetzt ist es gut. Wir arbeiten hart an unserem Erfolg. Alle Siege und Triumphe vom THW waren hart erarbeitet. Und die Erfolge sechs Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen oder vier Mal hintereinander im Finale der Champions League zu stehen, geben natürlich ein großes Maß an Selbstbewußtsein. Diese Fakten sprechen einfach für uns."

> Wie motivieren Sie sich nach diesen ganzen Erfolgen noch?

"Meine größte Motivation ist es, mit einem guten Gefühl nach Hause zu gehen. Das treibt mich an. Dieses gute Gefühl ist meine Bezahlung für meinen Sport. Ich möchte mit meiner Leistung dem Team helfen, denn der Mannschaftserfolg steht über allem."

> Sie waren der überragende Spieler der vergangenen Saison, die Hamburger sollen hohe Summen aufgeboten haben, um Sie zu verpflichten. Was muss passieren, damit Filip Jicha den THW verlässt?

"Das wichtigste Argument für mich wäre die Zufriedenheit meiner Familie. Fühlt sich meine Frau Hana hier nicht mehr wohl, dann müssten wir gehen. Dann wäre Handball nur noch Arbeit für mich. Das ist aber nicht zu befürchten, wir alle fühlen uns in Kiel pudelwohl. Dass meine Familie glücklich ist, gibt mir die Möglichkeit, zu Hause vom Handball abzuschalten. Und sportlich müsste viel passieren, damit ich diesen Verein verlasse. Kiel in der zweiten Liga - dann würde ich überlegen. Ich bin aber davon überzeugt, dass dieser Club auch noch zehn Jahre nach dem Karriereende von Filip Jicha ganz oben stehen wird. " > Sie haben beim THW einen Vertrag bis 2014 unterschrieben, dann werden Sie 32 Jahre alt sein. Haben Sie schon eine Idee, was Sie danach machen werden? "Im Training spielen wir regelmäßig Fußball jung gegen alt. Ich gehöre noch zu den Jungen, so lange das noch so ist, werde ich mir über meine Zukunft keine Gedanken machen."