Eiskalte Favoriten und ratlose "Bären" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Eiskalte Favoriten und ratlose "Bären"

Der FC Barcelona-Borges ist seiner Favoritenrolle mehr als gerecht geworden. Im Schongang zogen die Katalanen ins Endspiel um Europas Handballkrone ein. Die Russen aus Chechov erwiesen sich im Vergleich zum zweiten Semifinale als das leichtere Los. So war der spanische Jubel auch nicht so ausgelassen. Zu deutlich war die Dominanz der erfolgreichsten Vereinsmannschaft der Welt. Zu gering waren die Möglichkeiten der Russen. "Wir waren die bessere Mannschaft und hatten den größeren Kader", brachte es Barcelonas Joachim Boldsen auf den Punkt.

Aus einer kompakten Abwehr heraus zwangen die Spanier dem russischen Rekordmeister ihr Spiel auf und sorgten von Beginn an für klare Verhältnisse. Bereits nach zehn Minuten brachte der achtfache Torschütze Juan Garcia Barca mit 8: 4 in Front - ein einseitiges Spiel drohte.

Chechov wirkte ratlos, leistete sich zu viele technische Fehler und Unkonzentriertheiten. Der Rückraum strahlte keine Torgefahr aus und ähnelte bei seinen Laufwegen starren Türmen beim Schach. Nur über den Kreis sprang in der Anfangsphase Zählbares für die "Bären" heraus.

Das änderte sich erst, als Trainer Wladimir Maksimow agilen Vasily Filippow für Vitaly Ivanow auf die Spielmacherposition setzte. Das Spiel von Chechov besserte sich aber nur langsam und zur Halbzeit war die Partie praktisch schon entschieden.

Zwar keimte in der Arena nochmals Spannung auf, als die Russen Spielwitz an den Tag legten und mit zwei Kempa-Toren in Serie auf 19:22 verkürzten (42.). Doch die souveränen Katalanen, die in der der zweiten Hälfte ihren Stars schonten, schalteten wieder ein Gang höher. Elegant und spielerisch setzte sich Barcelona wieder ab und bog in durch das 30:25 durch den wurfgewaltigen Laszlo Nagy sechs Minuten vor dem Abpfiff endgültig auf die Siegerstraße ein.

"Wir können gegen fast alle Teams aus der spanischen Liga gewinnen, bis auf Barcelona. Das soll aber nicht heißen, dass wir die zweitbeste Mannschaft dort wären", gestand Maksimow nach der Partie mit einem Lächeln ein.

Sein Pendant Xavi Pascual lobte dagegen die Ausgeglichenheit seiner Mannschaft und dass sie die Aufgabe Chechov Medvedi nicht auf die leichte Schulter genommen hatte.