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Endlich ist der Knoten bei den Schwaben geplatzt

Der HBW Balingen-Weilstetten hat sein erstes Spiel in diesem Jahr gewonnen. Und ein ganz Wichtiges dazu. Schließlich ist Minden ein Konkurrent im Abstiegskampf. Fünf Zähler Vorsprung hat die Truppe von Dr. Rolf Brack nun auf Schlusslicht GWD Minden. Und dank des besseren Torverhältnisses ist sie auch wieder am punktgleichen TSV Dormagen vorbei geschlüpft, der den Relegationsplatz eingenommen hat. Trotzdem ist die Situation noch beängstigend. "Wir brauchen weitere sieben, acht Punkte für den Klassenerhalt", rechnet Frank Ettwein vor, "aber ich weiß nicht, wo wir sie holen sollen." Und Wolfgang Strobel fügt hinzu: "Die Niederlage gegen Dormagen hat doppelt weh getan. Wir müssen nicht nur die zwei verlorenen Punkte wieder holen, sondern noch zwei weitere dazu. Und so genannte leichte Gegner gibt es nicht mehr."

Erst recht große Tristesse herrschte natürlich beim Gegner. "Das war eines unserer Endspiele und wir haben es halt verloren", sagte Nationaltorhüter Nikolas Katsigiannis überraschend gefasst nach der 21:29-Niederlage seines Teams. Der Sieg der Balinger gehe völlig in Ordnung: "Die waren klasse eingestellt und uns immer zwei Schritte voraus." Auch wenn die Lage nicht rosig aussehe, so werde er so wenig aufgeben, wie die gesamte Mannschaft: "Nur wenn rechnerisch nichts mehr möglich ist, werden wir den Abstieg akzeptieren."


Unheimlicher Druck

Garant des Balinger Siegs war eine klasse Abwehr und ein überragender Nikola Marinovic im Gehäuse - beides hatte bei den Niederlagen gegen Melsungen und Dormagen gefehlt. "Wir wussten, dass wir es besser können", sah sich Abwehrchef Daniel Sauer von der Defensivleistung in seiner Meinung bestätigt: "Wir wollten selbstbewusst auftreten und die Mindener mit einer aggressiven Abwehr unter Druck setzen. Das ist uns gelungen. Und weil wir gut ins Spiel gekommen sind, ist unser Selbstvertrauen ständig gewachsen." Ähnliche Worte fand Marinovic: "Nach zwei Heimniederlagen mussten wir das umsetzen, was wir können. Dieses Mal war unsere Körpersprache von Beginn an da und die Halle ist mitgegangen." Als die Mindener während der ersten Halbzeit 13 Minuten lang kein Tor erzielt hätten, sei eine Vorentscheidung gefallen. "Manchmal ist Handball ganz einfach: Die Abwehr steht, der Torwart hält ein paar Bälle und dann läuft`s", erklärte der Österreicher.

Befreit durchatmen konnte nach der Partie "Litty" Ettwein: "Wir hatten unheimlichen Druck innerhalb der Mannschaft und von außerhalb. Und das zurecht." Letztlich hätten ein paar gute Paraden von Torhüter Marinovic das Team aufgebaut und "dann konnten wir mit ein paar einfachen Toren glänzen." Zwar habe sich Minden nie aufgegeben, "aber wir haben ihnen einfach keine Chance gelassen, das Spiel noch einmal zu drehen." Ein 50-prozentiger Anteil am Sieg gehe auf das Konto der Fans, die von der ersten Sekunde an hellwach gewesen seien. "Wir brauchen so ein fanatisches Publikum", appellierte Ettwein an die Zuschauer, auch in Zukunft voll hinter der Mannschaft zu stehen. HBW Balingen-Weilstetten