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Erfolgreiche Revanche

Bob Hanning hatte es irgendwie schon geahnt. Nach dem überraschenden Sieg im September würde es für die Berliner ganz schwer werden, auch in Kiel zu bestehen und womöglich erstmals seit Dezember 1981 etwas Zählbares aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt zu entführen. "Bei den Kielern wird der Stachel tief sitzen", prophezeite der Füchse-Manager. Er hatte Recht, doch zog sich sein Team knapp 40 Minuten mehr als achtbar aus der Affäre. Und das trotz einiger Probleme im Rückraum. "Unsere linke Seite war in Ordnung, die rechte leider nicht", fasste Füchse-Coach Dagur Sigurdsson zusammen.

So war dem isländischen Linkshänder Alexander Petersson der WM-Stress noch anzumerken. Schon in den ersten Minuten fabrizierte er drei Fahrkarten und einen missglückten Pass an den Kreis. Noch harmloser war Ersatzmann Mark Bult. Pech hatte auch Bartlomiej Jaszka. Der polnische Spielmacher musste schon nach dem ersten Angriff wegen einer Blessur eine Viertelstunde lang pausieren. Dem Füchse-Rückraum fehlte die entscheidende Durchschlagskraft.

Ganz anders Christian Zeitz. Er warf sich von der THW-Bank ins Angriffsgetümmel, zog schon in den ersten zehn Minuten fünf Mal ab und bejubelte fünf Tore. Für das 5:4 seiner "Zebras" sorgte der Linkshänder fast im Alleingang. Vorne klappte es ganz gut, noch war die Defensive jedoch nicht perfekt. "In der ersten Hälfte habe ich einige Aussetzer gesehen", analysierte THW-Trainer Alfred Gislason. "Dann haben wir uns gesteigert, zogen die Tempogegenstöße mit viel Druck auf, und im Angriff lief der Ball sehr flüssig."


Gislason wechselt durch

Die Füchse standen dem Kieler Wirbel zunehmend chancenlos gegenüber und gingen mit fliegenden Fahnen unter. Binnen fünf Minuten verwandelte sich in Halbzeit zwei ein 25:21-Vorsprung des THW in ein 31:21. Auch eine Berliner Auszeit konnte den Zebra-Galopp nicht stoppen. Gislason gönnte nun auch Andreas Palicka, Milutin Dragicevic und Tobias Reichmann ihre Einsatzzeiten. Sein Gegenüber entdeckte Trost in der Analyse. "Das Ergebnis lügt nicht", sagte Sigurdsson. "Aber spielerisch waren wir nicht so schlecht."