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DKB Handball-Bundesliga

Erleichterung: Balingen-Weilstetten bleibt erstklassig

Die ganz große Freude über den Verbleib in der Handball-Bundesliga hat sich bei Bernd Karrer noch nicht eingestellt. Dabei hätte der Manager des HBW Balingen-Weilstetten doch allen Grund dazu. «Die letzten Tage waren zu stressig mit zu wenig Schlaf, dass ich so richtig glücklich gar nicht sein kann. Wir müssen ja auch voll weitermachen. Das kommt erst irgendwann mal, wenn es ruhiger wird», sagte der Geschäftsführer des HBW Balingen-Weilstetten der Nachrichtenagentur dpa.

Tags zuvor hatte die Entscheidung des Landgerichts Dortmund den nach sportlichen Kriterien abgestiegenen Schwaben doch wieder die Teilnahme an Liga eins beschert. Die Richter gaben der einstweiligen Verfügung der Balinger gegen das Urteil des Schiedsgerichts der Handball-Bundesliga (HBL) statt.

Jetzt kommt es zu einer Liga-Aufstockung auf 19 Mannschaften und zwei Spieltage mehr. Im Rahmen der heutigen Präsidiumssitzung der Handball-Bundesliga hat das Liga-Präsidium entschieden, keinen Einspruch gegen die einstweiligen Verfügungen der HBW Balingen-Weilstetten und der HG Saarlouis einzulegen. Daraus ergibt sich, dass in der kommenden Spielzeit 2014/15 die HBW Balingen-Weilstetten in der DKB Handball-Bundesliga, die HG Saarlouis in der zweiten Handball-Bundesliga an den Start gehen werden. Für die Zusammensetzung der Liga bedeutet das, dass in der DKB Handball-Bundesliga 19 Clubs, in der 2. Handball-Bundesliga wie üblich 2C Klubs vertreten sein werden. Statt der 34 Spieltage wird es in der DKB Handball-Bundesliga 36 Spieltage geben.

Denn der HSV Hamburg, Auslöser der Balinger Probleme, bleibt Bundesligist. Der HSV als deutscher Meister von 2011 und Champions-League-Sieger von 2013 habe die «gravierenden Bedingungen und Auflagen» fristgerecht erfüllt und erhalte deshalb endgültig die Lizenz für die Saison 2014/2015, teilte die HBL mit.

Dem Club war in zwei Instanzen die Spielberechtigung entzogen worden, bevor sie doch noch erteilt wurde. Der HSV habe die geforderten Mittel in Höhe von gut fünf Millionen Euro nachgewiesen, hieß es nun. Und aller Voraussicht nach bleibt auch Balingen-Weilstetten top: «Ich kann mir vorstellen, dass es dabei bleibt», meinte HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser.

Für Karrer gab es noch Restzweifel; denn theoretisch hätte die Liga Rechtsmittel gegen die einstweilige Verfügung einlegen können. «Ich freue mich, auch im Sinne des Handballs, dass das nicht getan wurde», sagte Karrer. «So, wie es gelaufen ist, finden wir es einfach gerecht, dass wir dabei sind.»

Mit «so, wie es gelaufen ist» meinte Karrer die emotionale Achterbahnfahrt der vergangenen Wochen. Sportlich war der HBW abgestiegen, die Planungen waren auf Liga zwei ausgerichtet. Dann verweigerte der Ligaverband den Hamburgern in zwei Instanzen die Lizenz: Balingen-Weilstetten durfte und musste sich auf ein weiteres Jahr im Oberhaus einstellen.

Jetzt spielen 19 Clubs mit. «Ich glaube, ich hoffe, dass da nix mehr kommt», meinte Karrer. Der Geschäftsführer hetzt nun von einem Termin zum nächsten, Sponsorengespräche stehen an, «ein bis zwei Spieler» sollen noch verpflichtet werden. «Es gab schon Sachen, die kurz vorm Abschluss standen», berichtete Karrer von geplatzten Transfers nach dem Spruch des Schiedsgerichts. Karrer: «Danach waren dann Dinge, die schon klar waren, auf einmal nicht mehr klar.» Seit die Dortmunder Richter nun im Sinne des HBW entschieden, «läuft die Maschinerie wieder».