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Schwere Augenverletzung

Erneute Operation bei Bielecki

Der polnische Nationalspieler Karol Bielecki vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen bangt nach einer schweren Augenverletzung um die Fortsetzung seiner Karriere.

Der wurfgewaltige Aufbauspieler, der erst kürzlich seinen Vertrag bei den Mannheimern bis zum 30. Juni 2015 verlängert hatte, verletzte sich in einem Test-Länderspiel gegen Kroatien schwer am Augenlid sowie am Augapfel. Bielecki wurde noch in der Nacht operiert. Innerhalb der nächsten Wochen steht ein weiterer Eingriff an.

Wie der polnische Handballverband ZPRP auf seiner Internetseite mitteilte, ist der Zustand des 28-Jährigen stabil. Hoffnung mache den Ärzten, dass das Auge nach der ersten Operation auf Licht reagiert habe. Weitere Prognosen über den Zustand des Auges und die sportlichen Perspektiven des WM-Zweiten von 2007 könne man aber noch nicht abgeben.

Unterdessen wollten die Rhein-Neckar Löwen ihren Rückraum-Shooter so schnell wie möglich nach Deutschland ausfliegen. «Karol und seine Gesundheit stehen jetzt absolut im Vordergrund. Wir alle hoffen, dass er wieder gesund wird und das gut übersteht», sagte Manager Thorsten Storm, den die Nachricht wie alle im Club tief getroffen hat, der dpa. Wie Storm mitteilte, wurde ein Flugzeug der «Silver Cloud Air», die dem Löwen-Gesellschafter Achim Niederberger gehört, mit dem Mannschaftsarzt nach Lublin geschickt.

Nach der Abschlussuntersuchung sollte Bielecki dann nach Deutschland geflogen und nach Heidelberg in die Universitätsklinik gebracht werden. «Wir haben das mit dem polnischen Verband abgesprochen, waren ständig mit den Verantwortlichen in Kontakt. Sie sind sehr kooperativ», lobte Storm die Zusammenarbeit mit den Polen. Storm sagte, dass Bielecki im Laufe der kommenden Woche ein zweites Mal operiert werden muss.

Der Kroate Josip Valcic, der in der kommenden Saison beim Europapokalsieger VfL Gummersbach spielen wird, hatte Bielecki bei einer Abwehraktion unglücklich im Auge getroffen. Der ging blutend zu Boden, wurde sofort von Sanitätern versorgt und dann ins Krankenhaus in Kielce gebracht. Nach einer Computertomographie entschieden die Ärzte, den 28-Jährigen in eine Spezialklinik ins 180 Kilometer entfernte Lublin zu bringen.

Augenverletzungen kommen zwar im körperlich immer härter werdenden Handball eher selten vor, sind dann aber oft besonders schwer. Der kroatische Nationalspieler Petar Metlicic verletzte sich 2004 im EM- Halbfinale gegen Gastgeber Slowenien schwer am Auge. Er fiel danach mehrere Monate aus, setzte dann aber seine Karriere fort.

Der frühere isländische Nationalspieler Jason Olafsson musste unterdessen seine Karriere Ende 1998 beenden. Der Aufbauspieler erblindete auf dem linken Auge, nachdem er einen unabsichtlichen Ellbogencheck bekam. In zwei Operationen konnte der Schaden am Sehnerv nicht behoben werden.