THW Kiel - Interview mit Stefan Lövgren - "Es ist gut, dass es endlich losgeht" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Interview mit Stefan Lövgren

"Es ist gut, dass es endlich losgeht"

Stefan Lövgren war 2007 Kapitän des THW Kiel und durfte nach dem Champions-League-Sieg über die SG Flensburg-Handewitt als Erster den Pokal in die Höhe strecken. Morgen beginnt der Prozess wegen vermeintlicher Manipulation gegen den damaligen Manager Uwe Schwenker und Trainer Noka Serdarusic vor dem Landgericht Kiel.

Herr Lövgren, mit welchen Gefühlen sehen Sie dem Prozess entgegen?

Stefan Lövgren: Ich glaube, mit den gleichen Gefühlen wie alle anderen auch: Es ist gut, dass es endlich losgeht. Hoffentlich kommt es schnell - oder in absehbarer Zeit - zu einem Ende, damit man diese Geschichte endlich abhaken kann. Das würde dem Handball insgesamt gut tun.

Wie sehr belastet es Sie, dass dieser Titel, den Sie miterrungen haben, mit einem Makel behaftet ist?
Ich mache mir da keine Gedanken. Ich weiß, welche Spiele wir gespielt haben. Man hat sich diese natürlich im Nachhinein nochmals angeschaut. Sowohl bei der Schiedsrichterleistung, bei unserer Leistung, als auch bei der gegnerischen Leistung konnte ich überhaupt keine fehlerhaften Dinge oder Unregelmäßigkeiten erkennen.

Haben Sie Kontakt mit Serdarusic oder Schwenker?
Wenn man sich bei Handball-Gelegenheiten begegnet, dann trifft man sich natürlich. Wie alle anderen auch.

Wie werden Sie den Prozess verfolgen?
Ich werde ihn per Internet und Telefonaten mit Freunden aus Kiel verfolgen.

Ist das Thema für Sie erledigt, weil Sie sich keiner Schuld bewusst sind? Oder könnte doch was dran sein an den Vorwürfen?
Was ist möglich, was nicht? Um diese Frage abschließend zu klären, steht jetzt dieser Gerichtsprozess an. Den sollten wir abwarten. Ich kann mich nur noch einmal wiederholen: Sportlich sehe ich keine fehlerhaften Entscheidungen.

Was für Auswirkungen wird der Ausgang dieses Prozesses auf die Handballwelt haben?
Man muss den Ausgang des Verfahrens jetzt erst einmal abwarten. Der THW Kiel hat 2010 bewiesen, dass er auch ohne Makel große Titel gewinnen kann. Zudem hat sich die Organisationsstruktur geändert. Der THW Kiel ist nun wieder in ruhigerem Fahrwasser.

Wie verfolgen Sie die Situation hier?
Ganz nah. Ich habe viel Kontakt mit Spielern in der Mannschaft, habe immerhin zehn Jahre in Kiel gelebt und kenne dort sehr viele Menschen. Der THW Kiel ist nach wie vor meine Mannschaft.

Ihr Name fiel immer wieder als möglicher Geschäftsführer ...
Das ist natürlich toll und ehrt mich, aber ich habe gerade in Schweden eine neue Karriere als Hauptverantwortlicher für die Nationalmannschaft gestartet. Und die werde ich weiter verfolgen.

Inzwischen sind Sie mit Ihrer Familie in Schweden heimisch geworden. Ein erneuter Aufbruch wäre wohl nicht in ihrem Sinne, oder?
Nein. Wir haben uns vor einiger Zeit für den Umbruch entschieden, und das wird nun auch für die kommenden Jahre so bleiben. Was aber in der Zukunft passieren wird, das kann man ja nie vorhersagen.