Rhein-Neckar Löwen - Henning Fritz im Interview - "Es ist schwer, einen perfekten Zeitpunkt zu finden" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Henning Fritz im Interview

"Es ist schwer, einen perfekten Zeitpunkt zu finden"

> Glückwunsch Henning, Sie sind einer von sechs vorausgewählten Torhütern für das All Star Game im Februar kommenden Jahres.

Henning Fritz: „Das ist schon etwas Besonderes. Schließlich ist das eine Fan-Wahl, die auch den Beliebtheitsgrad eines Sportlers wiedergibt. Insofern interessiert uns Spieler der Ausgang der Wahl natürlich sehr. Es ist eine große Ehre, bei einem All Star Game erwünscht zu sein.“

> Gegenwärtig liegen Sie im Voting der Fans auf Rang zwei, nur der Welthandballer 2008 Thierry Omeyer erhielt bislang mehr Stimmen.

„Das ist ein Zwischenergebnis, mit dem ich sehr gut leben kann. Dass Thierry Omeyer so weit vorn liegt, ist absolut nachvollziehbar. Der sticht gegenwärtig unter allen Torhütern schon heraus. Insofern bin ich mit dem zweiten Platz zurzeit sehr zufrieden.“

> Früher beklagten sich die Spieler häufig über den Termin zum Ende der Saison. Jetzt wird das Match erstmals im Februar zum Ende der WM-Pause gespielt. Gefällt Ihnen das besser?

„Es ist schwer, für ein solches Spiel einen perfekten Zeitpunkt zu finden. Die Spieler sind entweder auf ihren Club oder auf die Nationalmannschaft fokussiert. Insofern bin ich sehr froh darüber, dass man nun diesen Kompromiss gefunden hat, der sicher allen gerecht wird und der die Wertigkeit des All Star Games zwischen all den anderen Spielen in der Liga, im Europacup oder mit der Auswahl entsprechend unterstreicht. So, wie bisher, zum Ende einer Saison machte das nicht mehr viel Sinn. Entweder hatten die Spieler schon komplett abgeschaltet oder waren auf dem Weg zu ihren Nationalmannschaften. Ich bin schon sehr glücklich damit, dass das Match nun eine Woche vor Beginn der Rückrunde stattfinden wird.“

> Nicht nur der Termin, auch der Austragungsort wurde verändert. Ist für Sie als Ex-Magdeburger der Austragungsort Leipzig ein Stück Heimat?

„Heimat wäre nun sicherlich übertrieben. Es liegt zwar geographisch in der Nähe von Magdeburg, aber der Bezug ist doch recht oberflächlich. Die Idee, das All Star Game an einen Handballstandort mit großer Tradition zu vergeben, finde ich dennoch sehr gut. Gerade in Leipzig ist in den vergangenen Monaten richtig was in Bewegung geraten. Wenn wir mit dem Match dazu beitragen können, dass sich hier langfristig der Profihandball etabliert, dann hat das schon richtig was gebracht. Vorher fand das All Star Game in Berlin statt, wo heute die Füchse in der Ligaspitze mitspielen. Vielleicht können wir so in Leipzig eine ähnliche Entwicklung anstoßen.“

> Vor gar nicht langer Zeit, da standen Sie bei einigen All Star Games im Tor der Nationalmannschaft. Kommt da ein wenig Wehmut auf?

„Keinerlei Wehmut. Ich kenne zwar noch viele Spieler der Mannschaft, weil ich noch mit ihnen zusammen gespielt habe. Aber in erster Linie ist es wichtig, bei dem Match dabei zu sein, sich selbst zu präsentieren, ein gutes Spiel zu machen. Ich freue mich sehr darauf.“

> Die DHB-Auswahl bereitet sich auf die WM in Schweden im Januar des kommenden Jahres vor. Was trauen Sie der Mannschaft von Heiner Brand dort zu?

„Momentan ist diese Mannschaft eine Wundertüte. Wenn ich die Möglichkeiten sehe, dann steckt in diesem Team eine Menge Potenzial. Es sind viele gute und erfahrene Spieler dabei. Aber offensichtlich haben einige Leistungsträger mit Verletzungen und Leistungsschwankungen zu kämpfen. Man muss abwarten, ob alle dabei sind, ob sie fit sind und in welcher Form sie sich in Schweden präsentieren. Wenn alle in Topform sind, ist richtig viel möglich.“

> Ein Wort zu Ihrem Nach-Nachfolger Silvio Heinevetter?

„Er ist ein emotionaler Spieler, so wie ich es auch bin. Davon profitiert er sehr stark. Zudem spielt er gegenwärtig in einem Klub, der zu den Spitzenteams der Liga gehört und wo er die klare Nummer eins ist. Das gibt zusätzlich Selbstvertrauen. Er ist ein richtig guter Keeper.“

> Allerorten wurde kolportiert, dass Heinevetter zu den Rhein-Neckar Löwen wechseln wird. Jetzt ist der Transfer geplatzt?

„Ich weiß auch nicht mehr als alle anderen. Ich habe natürlich auch die Äußerungen unserer Clubverantwortlichen gelesen und kann zudem eins und eins zusammenzählen. Er hätte uns sicher weiterhelfen und unterstützen können. Jetzt wird sicher ein anderer guter Keeper zu uns kommen.“