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"Eulen" ohne Emotionen

Trainer Thomas König war nach dem Abpfiff der Zorn über den Auftritt seiner Mannschaft deutlich anzusehen. Der 47 Jahre alte Sportlehrer, der erst Mitte der Woche seinen Kontrakt um zwei Jahre verlängert hatte und zugleich ein Zeichen in die Zukunft setzte, fühlte sich diesmal von der Mannschaft im Stich gelassen. "Die Mannschaft hat keine Emotionen gezeigt, kein Spieler hat dem anderen geholfen, wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten", war König enttäuscht, "in der Situation, wo wir uns befinden, muss man anders agieren."

Die "Jetzt-erst-Recht-Mentalität" war in der Partie gegen die Mittelhessen nur selten zu sehen. Daran änderte sich nichts, dass Rückraumspieler Gunnar Dietrich bereits in der vierten Spielminuten nach einem rüden Foul des starken Philipp Müller mit einer Schulterverletzung ausfiel. Der Innenblock mit Evgeni Pevnov fiel auseinander, dennoch agierte Friesenheim in der ersten Hälfte gegen die Mittelhessen auf Augenhöhe. Für Dietrich kam vor den Augen von Junioren-Bundestrainer Martin Heuberger, Christian Dissinger. Der 19 Jahre alte Rückraumspieler sorgte auch für die 12:11 Führung der Gastgeber. Wetzlar schaffte aber noch bis zum Halbzeitpfiff wieder die Wende. Kurz davor scheiterte Philipp Grimm mit einem Siebenmeter an Nikolai Weber. Der Abpraller landete in den Händen von Daniel Valo und der traf drei Sekunden vor dem Kabinengang zum 15:16. "Diese dumme Tor war schlecht für die Moral", haderte Alexander Becker.


Zu viele leichte Tore

Friesenheim kam in Spielabschnitt zwei zunächst nicht mehr ins Spiel, Wetzlar agierte höchst konzentriert und setzte sich kontinuierlich zum 21:27 (44.) ab. "Es ist für mich ein Rätsel, wie Wetzlar zu diesen leichten Toren kam", meinte Junioren-Nationalspieler Alexander Becker.

In der Schlussphase wurde es noch einmal spannend. Erst "flog" Daniel Valo nach einem Foul (56.) an Dissinger vom Feld, dann kam Friesenheim durch drei Tore in Folge durch Dissinger, Ancsin und Becker noch auf 30:33 heran. TSG-Coach König setzte auf die offensive Manndeckung, doch am Ende reichte es nicht mehr zu einem Punktgewinn.