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Interview mit Großwallstadts Vorstand Georg Ballmann

Europacup? Zu Weihnachten darf man Wünsche äußern

Seit 2003 ist Georg Ballmann alleiniger Vorstand der TV Grosswallstadt Handball AG und versucht seitdem, den Traditionsklub mit der erfolgreichen Vergangenheit wieder in die Spitze der Liga zu führen. In dieser Saison laufen die Dinge überaus erfreulich. Und ab dem 1. Januar wird Michael Biegler das sportliche Sagen beim TVG haben.

> Mit 16:10-Punkten liegt der TVG in der Tabelle gegenwärtig auf Position acht. Das ist sicher mehr, als Sie zu Saisonbeginn erwarten durften, oder?
Georg Ballmann: „Unser Ziel war und ist ein einstelliger Tabellenplatz. Dieses Ziel ist bisher realistisch geblieben, weil wir bis dato eine erfolgreiche Saison gespielt haben. Aber die Saison ist noch lang und wir müssen alles daran setzen weiterhin erfolgreichen Handball zu spielen.“

>Wo liegen die Gründe für den sportlichen Aufschwung?
„ Man merkt, die Mannschaft hat diese Runde einen absoluten Siegeswillen und einen enormen Teamgeist. Jeder setzt sich für den anderen ein und die Disziplin auf und neben dem Spielfeld funktioniert. Ein weiterer Grund ist, dass wir dieses Jahr, außer bei unserem Langzeitverletzten Einar Holmgeirsson, von größeren Verletzungen verschont geblieben sind. Und ganz wichtig ist der Punkt, dass die neuen Spieler sich hervorragend integriert haben. Speziell mit Sverre Jakobsson haben wir in der Deckung mehr Stabilität bekommen und diese harmoniert sehr gut mit unseren Torhütern, Csaba Szücs ergänzt sich sehr gut mit Stefan Kneer, der davon auch nochmal profitiert, und Steffen Weinhold macht seine Sache als einziger Rückraum rechts auch sehr gut. Es passt zurzeit einfach.“

>Und beide sind heiße Kandidaten im Rahmen von Heiner Brands EM-Nominierungen. Wie schätzen Sie die Chancen Ihrer Spieler ein, bei der Europameisterschaft in Österreich im Januar 2010 dabei zu sein?
„Dieses Jahr wird der Kampf um die verbleibenden Plätze mit Sicherheit ganz eng, was ja auch gut ist für Heiner Brand, weil alle bis zum Schluss alles geben, um dabei zu sein. Ich wünsche natürlich Stefan und Steffen, dass sie den Sprung auf den EM-Zug schaffen.“

>Dabei gab es rund um die Mannschaft diverse personelle Veränderungen, die das Team verarbeiten musste. Erst verließ Trainer Michael Roth den Verein, dann ging auch noch Geschäftsführer Sascha Schnobrich von Bord.
„Das Jahr 2009 ist sicherlich von Veränderung geprägt, nicht nur personell, sondern in vielen anderen Bereichen. Das Handball-Leistungszentrum wurde zum Beispiel eröffnet und wird sehr gut angenommen. Aber alle Veränderungen bringen ja auch neue Chancen mit sich und diese gilt es zu nutzen, gerade in einer Zeit, in der die Veränderungen immer schneller werden.“

>Und nun soll zum Jahresbeginn 2010, also sechs Monate früher als geplant, Michael Biegler das Traineramt übernehmen. Keine Sorgen, dass das jetzt, wo alles so gut läuft, schief gehen könnte?
„Warum sollten wir mit Sorge in die Zukunft blicken. Unser Team wird durch Michael Biegler mit weiterer Kompetenz verstärkt und die jetzigen Personen bleiben an Bord. Somit ist eher die Chance gegeben, gestärkt in die Zukunft zu gehen, als dass es hier zu Problemen kommen könnte. Wichtig ist, dass jetzt Klarheit herrscht und wir uns in der Vorbereitung im Januar auf unsere Ziele konzentrieren können. Und mit der Verpflichtung von Michael Biegler wollen wir ja nicht kurzfristig etwas erreichen, sondern uns perspektivisch nach vorne entwickeln und an diesem Ziel werden alle Beteiligten mit Engagement mitwirken.

>Am Wochenende steht das Heimspiel gegen den Aufsteiger HSG Düsseldorf auf dem Programm. Eigentlich ein Selbstläufer, oder?
„Es klingt vielleicht abgedroschen, aber in der stärksten Liga der Welt gibt es keine Selbstläufer. Das haben schon viele Mannschaften diese Saison erleben müssen, auch die, die ganz oben stehen. Und auch wir mussten das schon erleben, wenn wir uns an das Heimspiel gegen Minden denken. Aber wenn wir mit unserer gewohnten Einstellung in das Spiel gehen und den Gegner nicht unterschätzen, sollten die zwei Punkte sicherlich bei uns bleiben.“

>Was soll denn am Ende der Saison herauskommen?
„Wie gesagt, unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, und dafür werden wir in jedem Spiel alles versuchen, um dieses Ziel zu erreichen.

>Und wann spielt der TV Grosswallstadt wieder im Europacup mit?
„Wenn wir unser Ziel erreichen und auf die anderen Vereine, die international dabei sind hoffen können, wer weiß? Velleicht schon recht bald, zur Weihnachtszeit darf man ja Wünsche äußern.“