HSV Hamburg - SG Flensburg-Handewitt - "Aus einer anderen Welt" - Flensburg muss neidvoll die Extraklasse der Hamburger anerkennen - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
"Aus einer anderen Welt"

Flensburg muss neidvoll die Extraklasse der Hamburger anerkennen

Der HSV Hamburg bleibt die einzige Mannschaft der ersten Bundesliga ohne Punktverlust. Auch im Nord-Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt gab sich das Team von Trainer Martin Schwalb keine Blöße. Am Ende stand ein nie gefährdeter 37:32 (19:15)-Sieg und eine große Party mit der Mehrzahl der 13.171 Zuschauer in der ausverkauften Color Line Arena.

Die Fans hatten ein Spiel gesehen, das über die gesamten 60 Minuten nie an Tempo geizte und in dem zudem um jeden Zentimeter hart gekämpft wurde. Am Oberkörper von Igor Vori war das nur allzu gut abzulesen: Kratzer, blaue Flecken und ein ausgeleiertes Trikot hatte Vori. Michael Knudsen hatte den kroatischen Kreis-Koloss fast nie aus seinen Fängen gelassen, konnte Vori so über weite Strecken ausschalten. Das gelingt nur wenigen Verteidigern auf der Welt.

Den HSV-Express aber brachte das nicht ins Stocken. Nach 12 Minuten hieß es bereits 8:3 für die Hamburger. Die Flensburger spielten zwar strukturiert, leisteten sich im Angriff aber zu viele technische Fehler, die der HSV konsequent nutzte. Eine Vielzahl der Tore fiel durch Gegenstöße oder die zweite Welle. Vor allem Torsten Jansen zeichnete sich dabei aus, während Hans Lindberg von der Siebenmeterlinie einmal mehr mit einer 100-Prozent-Quote glänzte. Bei immerhin acht (!) Versuchen.


Schwache Torhüter

Im Flensburger Tor lieferte Dan Beutler eine insgesamt schwache Leistung ab. Folgerichtig musste er nach 40 Minuten seinen Platz für den allerdings ebenfalls glücklosen Johan Sjöstrand räumen. Auf der Gegenseite steigerte sich Johannes Bitter dagegen kontinuierlich. Der HSV konnte so seine Führung bis auf 26:18 ausbauen. In der 43. Minute schien es dann aber doch noch einmal brenzlig zu werden. Die Schiedsrichter Prang und Reichl verteilten äußerst umstrittene Zeitstrafen gegen Jansen und Marcin Lijewski.

Flensburg konnte die doppelte Überzahl allerdings nur zu einem einzigen Treffer nutzen. Es war die Vorentscheidung in einem Duell zweier Nordrivalen, die den endgültigen Nachweis erbracht haben, dass sie sich nicht mehr auf Augenhöhe befinden. Im Kampf um die Meisterschaft muss Hamburg anscheinend nur Kiel fürchten.

"Diese beiden Teams sind aus einer anderen Welt", musste SG-Trainer Per Carlén eingestehen. "Das Niveau dieser Mannschaften ist in Zukunft ein super-interessantes Ziel für uns. In dieser Saison aber kann es nur um Platz fünf gehen. Dafür müssen wir allerdings die Zahl unserer technischen Fehler verringern."

Hamburgs Club-Boss Andreas Rudolph wehrte dagegen ein zu heftiges Schulterklopfen ab: "Unser Dilemma ist, dass wir jedes Spiel gewinnen müssen."