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Zusammenfassung 12. Spieltag

Flensburg stoppt die Löwen - Lemgo atmet durch

Der jüngste Trainer in der Handball-Bundesliga hat seine Feuertaufe bestanden. Ljubomir Vranjes gewann beim Debüt als Coach mit der SG Flensburg-Handewitt am Sonntag das Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 32:31 (16:16). Der schwedische SG- Trainer, der mit seinen 37 Jahren ein paar Monate jünger als die Isländer Dagur Sigurdsson (Füchse Berlin) und Aron Kristjansson (TSV Hannover-Burgdorf) ist, konnte drei Tage nach der Beurlaubung von Per Carlén mit der Leistung seines Teams mehr als zufrieden sein. „Die Mannschaft hat Wille und die richtige Einstellung gezeigt. Der Sieg war auch für Per“, meinte Vranjes. Die Mannheimer mussten mit der zweiten Saisonniederlage einen Dämpfer im Kampf um die Meisterschaft hinnehmen. Nun kommt es am Dienstag (20.15 Uhr) zum absoluten Gipfeltreffen zwischen dem punktgleichen HSV Hamburg und Rekordmeister THW Kiel. Ärgster Verfolger des Duos bleiben die Berliner Füchse, die gegen Neuling TSG Friesenheim nur zu einem glanzlosen 36:32-Arbeitssieg kamen. Immerhin konnten die Gäste die Partie bis zur 50. Minute offen halten.

In der Flensburger Campus-Halle war die Stimmung ausgelassen wie lange nicht. „Es war kein einfacher Tag“, meinte Vranjes nach der Entlassung von Carlén. Doch die SG liegt ihm am Herzen, daher übernahm er das Ruder: „Wir sind Profisportler. In meinen 18 Jahren als Spieler habe ich viermal erlebt, dass ein Trainer beurlaubt wurde. Und auch meine Jungs haben eine solche Situation schon mal erlebt.“

Die Erleichterung war auch beim TBV Lemgo spürbar. Mit dem 26:19 (12:7)-Erfolg beim DHC Rheinland beendete der EHF-Cup-Sieger der vergangenen Saison seinen Abwärtstrend und kann nun sogar wieder verstohlen Richtung Europapokal-Plätze schauen. Doch der Sieg in Dormagen darf nicht überbewertet werden. Schließlich steht der DHC mit nur vier Punkten im Tabellenkeller. Gradmesser wird für das Team von Trainer Volker Mudrow die kommende Partie am Mittwoch daheim gegen die Füchse Berlin.Die Gründe für die Krise des dreimaligen Europapokal-Gewinners sind vielschichtig. Der Wechsel von Spielmacher Michael Kraus zum HSV Hamburg wirkte sich negativ auf das Spielsystem der Lipperländer aus. Auch der zum THW Kiel gegangene Daniel Kubes wird schmerzlich vermisst. Nationalspieler Christian Theuerkauf, der vom SC Magdeburg kam, konnte am Kreis noch nicht die erwarteten Impulse setzen. Holger Glandorf läuft seiner Form hinterher, versucht es oft mit der Brechstange und verkrampft. „Der Trainer hätte auch bei einer Niederlage nicht gewackelt“, sagte Geschäftsführer Volker Zerbe.

TBV-Kontrahent Rheinland, aber auch der TSV Hannover-Burgdorf nach einer 22:25-Niederlage gegen Frisch Auf Göppingen befinden sich in der Abstiegszone. Aus der verabschiedete sich vorerst TuS N- Lübbecke mit einem 32:22 über HBW Balingen-Weilstetten. Die Ostwestfalen, bei denen Sportdirektor Zlatko Feric vorübergehend den beurlaubten Trainer Patrik Liljestrand vertritt, verbesserten sich auf Rang elf und liegen damit unmittelbar vor Balingen.

Ein neuer Trainer soll auch den Abwärtstrend der HSG Wetzlar stoppen. Der ehemalige weißrussische Nationalspieler Gennadi Chalepo soll den zum MT Melsungen gewechselten Michael Roth ersetzen. Das wurde am Samstag bekannt. Es ist ein Zäsur in Wetzlar: Nach den Neuwahlen bei der außerordentlichen Gesellschafter- Versammlung hat der mittelhessische Club auch den neuen Cheftrainer präsentiert. Er soll am Montag einen Vertrag unterschreiben. Im neuen Aufsichtsrat sitzen Martin Bender, Horst Knorz, Marty Weber, Antonio Pardo und Thielmann. Auf die Position eines Vorsitzenden wird verzichtet. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Hardo Reimann war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Der langjährige Manager Rainer Dotzauer wird am 21. November verabschiedet, dem Verein aber beratend zur Seite stehen.