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Hochspannung vor dem Nord-Derby

Flensburger heiß auf die Zebras

Dieser 22. September 2007 ist der Stoff, aus dem die besonderen Kapitel der schleswig-holsteinischen Derby-Historie bestehen: Der deutsche Meister THW Kiel führt mit 7:4, doch die ausverkaufte Campushalle peitscht ihre SG Flensburg-Handewitt unermüdlich nach vorne. Die Gastgeber spielen sich in einen Rausch, haben zur Pause die Partie gedreht und am Ende mit 37:32 gewonnen. Mittendrin: Thomas Mogensen. Der Däne erzielte damals acht Treffer und hat diesen Husarenstreich nicht vergessen. "Ich kam nach zehn Minuten in diese Partie und wusste gar nicht so recht, wie mir passierte", schwärmt das Flensburger Rückraum-Ass. "Es war erst mein drittes Heimspiel für die SG - und gleich mein erster Derbysieg." Und auch sein letzter. Seitdem verbuchten die "Zebras" zehn Siege in zehn Begegnungen. Zuletzt, zum Saison-Auftakt im September, glückte ihnen gar ein 35:21-Triumph.

Am Mittwoch steigt in Flensburg um 20.15 Uhr das 69. Landesderby. In den letzten Jahren hat sich dieser Höhepunkt einer Bundesliga-Saison von einem Duell auf Augenhöhe zu einer Kieler Domäne gewandelt. Auch diesmal scheint die Ausgangsbasis klar. Der THW dominiert derzeit die Bundesliga und jagt mit seiner makellosen Ausbeute von 28:0 Punkten die Bestmarke des TBV Lemgo, der in der Serie 2002/3 mit 34:0 Zählern startete. "Kiel hat eine überragende Mannschaft, gegen die wir uns nicht fünf oder zehn schlechte Minuten erlauben dürfen, wenn wir eine Chance haben wollen", sagt SG-Rechtsaußen Lasse Svan Hansen, der den aktuellen Kontrahenten schon mehrfach im Fernsehen bewundert hat.

Allerdings: Der große Bruder aus der Landeshauptstadt hat in diesen Tagen ein sehr intensives Programm, das ihn vor eine echte Herausforderung stellt. In Flensburg und gegen Titelverteidiger Hamburg stehen binnen vier Tagen besonders heikle und emotionale Spiele an. Und erst am Sonntag bewährte sich der THW beim 34:31-Kraftakt im südfranzösischen Montpellier. "Die Mannschaft hat dort viel Selbstvertrauen für die kommenden schweren Spiele getankt", glaubt Trainer Alfred Gislason. Positiv registrierte der Isländer zudem, dass sein Team komplett ist. Rechtzeitig für die bedeutsamen Woche meldete sich Kapitän Marcus Ahlm nach einem Innenbandanriss im Knie zurück. "Jeder, der schon etwas länger im Norden spielt, fiebert dem Derby
entgegen", sagt der schwedische Kreisläufer. Und Linksaußen Dominik Klein ergänzt: "Die Null muss weiterhin auf dem Minuskonto stehen."

Dagegen haben die Flensburger etwas. Sie demonstrieren ebenfalls eine breite Brust. "Wenn wir gewinnen, liegen wir nur noch vier Punkte hinter der Spitze", sagt Lasse Svan Hansen. Die Bilanz von 20:6 Punkten - die
SG verlor nur bei den Spitzenteams aus Kiel, Hamburg und Berlin - erzeugt Optimismus. Und die Hinspiel-Pleite? Die scheint abgehakt. "Wir sind nun wesentlich besser eingespielt", erklärt Torschützenkönig Anders
Eggert. "Unsere Neuzugänge Holger Glandorf und Lars Kaufmann sind nun voll im Team und kennen unsere Laufwege - und wir ihre." Die jüngsten, leichteren Aufgaben boten der SG die Möglichkeit, sich etwas intensiver auf das Derby vorzubereiten. Petar Djordjic (Außenbandriss im Sprunggelenk), Jacob Heinl (Augenverletzung) und Sören Rasmussen (Gehirnerschütterung) konnten ihre Blessuren auskurieren. Die SG kann wie der THW Kiel wahrscheinlich in Bestbesetzung antreten. Thomas Mogensen träumt derweil von seinem zweiten Derbysieg. Im Mittelpunkt stehen - so wie am 22. September 2007 - muss er aber nicht. "Mir ist es egal, ob ich keines, zwei oder zehn Tore werfe", sagt der Däne. "Wichtig ist nur der Sieg."