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Vorschauf auf den Handball-Hit in Berlin

Fuchs beißt Platzhirsch

Fuchs beißt Platzhirsch: Wenn am Sonntag in Berlin der Handball-Gipfel zwischen Herausforderer Füchse Berlin und Serienmeister THW Kiel (17.30 Uhr/Sport1) steigt, dann geht es nicht nur um zwei Punkte in der Bundesliga. Der bissige Club aus der Hauptstadt schickt sich an, dem Platzhirschen aus Kiel die Vormachtstellung streitig zu machen, auch wenn Füchse-Boss Bob Hanning weiterhin Argumente liefert, die die Schwierigkeit dieses Unterfangen belegen.

„Wir haben einen geschätzten Etat von fünf Millionen Euro, Kiel von 13“, sagte Hanning vor dem Spitzenspiel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung und gab bereitwillig Auskunft über die unterschiedliche Finanzkraft beider Clubs. Nicht zuletzt deshalb gilt auch der Wechsel von Füchse-Keeper Silvio Heinevetter zum THW als Nachfolger von Thierry Omeyer im kommenden Sommer als beschlossene Sache, auch wenn alle Beteiligten das derzeit noch abstreiten. Noch gilt in der Liga das Bayern-Motto: Wenn Liga-Krösus Kiel einen Spieler will, dann kriegt er ihn auch. Die Hauptstädter setzen jedoch unter ihrem umtriebigen wie ehrgeizigen Manager alles daran, den Anschluss zum zweimaligen Champions-League-Sieger herzustellen. Erstmals in der Clubgeschichte treten die Berliner in dieser Spielzeit in der Champions League an und geben dort mit zwei Siegen aus drei Spielen ein gutes Bild ab.

Auch in der Liga ist man im Soll. Mit nur einer Niederlage aus acht Spielen liegt die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson auf Rang drei. Und natürlich hinter Kiel, das mit neun Siegen aus neun Spielen an der Spitze thront. An der Ostsee hat man den Aufstieg der Hauptstädter längst registriert. Noch gibt man sich aber gelassen, von Panik keine Spur. „Berlin ist ein ernsthafter Konkurrent um die Meisterschaft“, sagte Nationalspieler Dominik Klein dem Sport-Informations-Dienst (SID) und zeigte sich durchaus angetan von der Entwicklung beim nächsten Gegners: „Sie gehen konsequent ihren Weg.“

Das Spitzenspiel lässt sich auch der neue Bundestrainer Martin Heuberger nicht entgehen. Der 47-Jährige wird seinen Sitzplatz in der Max-Schmeling-Halle am Sonntag voller Erwartungen einnehmen. „Ich freue mich richtig auf die Partie“, sagte Heuberger dem SID. „Ich sehe leichte Vorteile für den THW. Sie strahlen eine unglaubliche Dominanz aus“, meinte der Nachfolger von Heiner Brand, ohne jedoch die Füchse im Vorfeld abzuschreiben: „Sie sind zu Hause eine Macht.“

Berlin ist längst auf den Fuchs gekommen. Am Sonntag werden 9.000 Fans in der Halle in Prenzlauer Berg erwartet. Vor sechs Jahren, als Hanning sein Amt an der Spree antrat, zählte der Klub damals noch in Liga zwei gerade mal 350 Zuschauer im Schnitt. Nun ist man in der Beletage des deutschen Handballs angekommen. Und am Sonntag soll mit einem Sieg ein weiterer Schritt nach ganz oben gelingen.