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Abbruch in Wetzlar

Füchse in der Champions League

Die Handballer der Füchse Berlin haben den Champions-League-Platz verteidigt und damit das erfolgreichste Jahr ihrer Vereinsgeschichte gekrönt.

Im Finale der Bundesliga-Saison 2010/2011 feierten die Hauptstädter beim SC Magdeburg einen hart erkämpften 30:24 (11:12)-Sieg und hielten damit in einem packenden Fernduell die Rhein-Neckar Löwen auf Distanz. Die Mannheimer gewannen zwar beim TBV Lemgo mit 36:31 (17:17), hätten aber nur bei einem Patzer der Berliner noch den entscheidenden dritten Tabellenplatz ergattern können. Die Löwen sind als Bundesliga-Vierter für den EHF-Cup qualifiziert, können aber auf eine Teilnahme an einem Wildcard-Turnier zur Champions-League-Qualifikation hoffen.

Unterdessen wurde das Spiel zwischen der HSG Wetzlar und MT Melsungen abgebrochen. Kurz vor der Halbzeit brach ein 61-jähriger Mann nach einem Herzinfarkt zusammen. Wetzlars Mannschaftsarzt Marco Kettrukat und drei anwesende Notärzte aus dem Publikum versuchten 45 Minuten lang, den Wetzlarer Fan wiederzubeleben. Aber ohne Erfolg, der Mann starb. «Wir haben alles versucht», sagte Kettrukat. Der Zuschauer sei an einem plötzlichen Herztod infolge des Infarktes gestorben.

Kurz nach der Pause waren die beiden Teams noch mal auf das Parkett zurückgekommen. Doch weil sich da schon abzeichnete, dass es nicht gut um den 61-Jährigen stand, verkündete Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp den Spielabbruch. «Wir müssen das Spiel leider abbrechen», sagte Seipp. Die Fans zeigten Verständnis und verließen ruhig die Halle.

Der bereits seit Wochen feststehende deutsche Meister HSV Hamburg gab sich auch beim Finale keine Blöße und siegte auswärts bei HBW Balingen-Weilstetten souverän mit 33:24 (18:12). Nach der Rückkehr soll am Sonntag Teil drei der Meisterschafts-Party folgen. Dann stehen der Empfang bei Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz und der obligatorische Gruß vom Rathausbalkon auf dem Programm.

In der kommenden Saison sind dann acht deutsche Teams international dabei. In der Königsklasse sind das Meister Hamburg, Pokalsieger THW Kiel, der sich gegen TuS N-Lübbecke mit 36:28 (19:13) behauptete, und die Füchse. Im EHF-Cup gehen zudem Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen und der SC Magdeburg an den Start. Göppingen kam in der Neuauflage des Europapokalfinals gegen den TV Großwallstadt zu einem 26:26 (13:13).

Im Europacup der Pokalsieger ist die Bundesliga durch Cupverteidiger VfL Gummersbach (39:33 gegen TSG Friesenheim) und Pokalfinalist SG Flensburg-Handewitt vertreten. Flensburg stellt in Anders Eggert zwar den Torschützenkönig, leistete sich aber zum Saisonabschluss eine herbe HSG Ahlen-Hamm 34:40 (18:18)-Pleite gegen Absteiger HSG Ahlen-Hamm. In der kommenden Saison nicht mehr erstklassig sind auch Friesenheim und Zwangsabsteiger DHC Rheinland, der sein letztes Spiel beim TSV Hannover-Burgdorf mit 23:31 (14:8) verlor.