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Berlin feiert Heimsieg gegen überforderten TSV Hannover-Burgdorf

Füchse machen, was Sigurdsson will

Auch die Erwartung, einen fest eingeplanten Erfolg zu erringen, kann vor eigenem Publikum hinderlich sein. Gegen die total überforderten Hannoveraner des TSV Burgdorf zeigten die Füchse Berlin bei ihrem ersten, relativ leichten Heimsieg dieser Saison zum 32:24 (15:9) nur in der Abwehr anspruchsvolle Qualitäten, hinter der Nationaltorhüter Silvio Heinevetter ganz in seinem Element war.

Der Bundesliga-Aufsteiger aus der niedersächsischen Metropole fand in der Max-Schmeling-Halle vor knapp 7000 Zuschauern ohne seinen wichtigen Linkshänder Jan Fiete Buschmann in keiner Phase zu einigermaßen geordneten Angriffsverhältnissen, zahlte mit reihenweisen Ballverlusten richtig Lehrgeld, ohne eine Chance zu haben. Die Berliner gaben mit dem überragenden Kapitän Torsten Laen (acht Tore, vier per Ballgewinn und erfolgreichem Schnellangriff sowie vier vom Kreis) den Takt an: Das 15:7 in der 27. Minute (Tempogegenstoß Wilczynski) machte einen Klassenunterschied deutlich, der sich auch im zweiten Abschnitt fortsetzte und Burgdorfs Coach Frank Carstens nur noch seufzen ließ: "Bei uns hat nicht viel funktioniert. Es hätte noch schlimmer kommen können."

Dass es nicht schlimmer kam für den TSV, lag an den stotternden Berliner Angriffsbemühungen, wo, einmal abgesehen von den starken Außen Konrad Wilczynski und Markus Richwien, im Gegensatz zum Auftreten im Auswärtsspiel in Magdeburg nicht viel Struktur zu erkennen war. Die wie immer sehr fleißigen Spielmacher Bartlomiej Jaszka und Kjetil Strand strahlten weniger Torgefährlichkeit aus als zuvor, die beim Saisoneinstieg noch starken Halben Sebastian Schneider und Runar Karason blieben weitgehend blass und einzig der Holländer Mark Bult rückte nach schwerfälligem Beginn wieder besser ins Blickfeld.

Zu wenig Tore aus dem Rückraum

Das Handicap: Stammspieler Michal Kubisztal braucht nach seinem Verletzungsausfall (Bandscheibenvorfall) noch einige Spielpraxis, um mit alter, körperbetonter Stärke aufspielen zu können. Insgesamt zehn Tore aus dem Rückraum, davon lediglich drei mit Sprungwürfen erzielt, verwunderten den Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson ziemlich: "Das sind ungewöhnlich wenige Tore."

Aber sonst konnte der Handballlehrer aus Island mit seiner Mannschaft zufrieden sein. Sie machte das, was er verlangte. Nicht mehr und auch nicht weniger. Hinten dicht und nach vorne leichte und teilweise spektakuläre schnelle Tore: "Ich habe eine kompakte Mannschaftsleistung gesehen. Wir haben ehrgeizig und konzentriert den ersten Heimsieg erzielt. Das wollten wir und das ist uns auch gelungen", bewertete Sigurdsson das erfolgreiche Auftreten seiner Mannschaft.