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Kim Andersson glänzt beim Supercup

Ganz starkes Comeback

Alle Neune für Kim Andersson: Nach fast einem Jahr Zwangspause hat sich der schwedische Rückraum-Star beim Supercup eindrucksvoll auf der Handball-Bühne zurückgemeldet.

Mit imponierenden neun Toren legte der Linkshänder den Grundstein für den 24:23 (15:14)-Prestigesieg seines THW Kiel in München gegen den deutschen Meister HSV Hamburg. «Ich bin extrem froh, dass er wieder da ist. Er ist ein Weltklassespieler und besser als je», lobte Kiels Trainer Alfred Gislason sein Rückkehrer.

Ein hartnäckiger Knorpelschaden und ein Daumenbruch beim ersten Comeback-Versuch während der Heim-WM in Januar - die vergangene Saison verbrachte Andersson mehr bei Ärzten und Physiotherapeuten als auf dem Spielfeld. Dürftige 13 Bundesliga-Partien bestritt er als Teilzeitarbeiter.

Und nun ist der Schwede wieder fit. «Natürlich hatte ich große Lust. Und es macht noch mehr Spaß, wenn man so ein Spiel macht wie heute», sagte Andersson nach seinem Gala-Auftritt vor 8681 Zuschauern in der Münchner Olympiahalle. Der 29 Jahre alte Rückraumspieler sprühte vor Eifer und Elan, hatte schon bis zur Pause acht seiner neun Treffer erzielt. «Die Erleichterung ist groß, endlich kann ich wieder mitmachen», bekannte er, rechnet aber nach den jüngsten Strapazen auch mit «ein paar Baustellen» im Körper.

Andersson hat hart für sein Comeback gearbeitet. In der Sommerpause hat er seine Fitness verbessert und ist nach Aussage von Trainer Gislason fünf, sechs Kilogramm leichter als zum Saisonende zum Trainingsauftakt erschienen. «Er hat überragend gespielt. Man sieht, dass wir mit ihm taktisch anders spielen können. Mit ihm ist ein anderer Spielertyp da», sagte Gislason, der auf den angeschlagenen Christian Zeitz verzichten musste. Zeitz hatte Anderssons Auszeit genutzt und eine tolle Saison 2010/2011 abgeliefert.

Die Rückkehr des Schweden beim deutschen Rekordmeister hatte der HSV Hamburg schon vor dem Supercup auf dem Radar, weil er bereits in den Vorbereitungsspielen groß aufgetrumpft hatte. «Wir haben viel über Kim gesprochen», gab Hamburgs Trainer Per Carlen zu - ohne Erfolg. Andersson traf nach Belieben. «Ich bin froh, dass das kein Ligaspiel war», sagte HSV-Torhüter Johannes Bitter.

Dennoch blieb es bis zum Ende packend, weil die Hamburger sich in der Abwehr steigerten, zum Schluss aber einen 23:21-Vorsprung (51.) leichtfertig wieder aus der Hand gaben. «Das war kein Showmatch», sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL.

Beide Teams schauen nun gespannt und mit Vorfreude dem Bundesliga-Auftakt an diesem Wochenende entgegen. «Das war nochmal ein Härtetest. Wir wissen jetzt, wo wir stehen», meinte Bitter mit Blick auf die Partie am Samstag gegen den TuS N-Lübbecke. Ein richtiges Topspiel hat dagegen der THW gleich auf dem Programm. Der DHB-Pokalsieger empfängt zum zweiten Nordgipfel binnen fünf Tagen die SG Flensburg-Handewitt und hat sich dafür das nötige Selbstvertrauen geholt. «Es ist immer gut, wenn man gewinnt. Denn wenn man verliert, macht man sich Sorgen. Wir brauchen uns jetzt keine Sorgen zu machen. Ich hoffe, dass ich die Form auch gegen Flensburg halten kann», sagte Kim Andersson.