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Gerechtes Remis

So macht Handballschauen Freude: Die Partie Nettelstedt gegen Magdeburg gehörte eindeutig in die Kategorie "gehobenes Format". Dazu kam Spannung und Dramatik - vor allem in den letzten zehn Minuten war der Unterhaltungswert kaum zu toppen. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, daher lässt sich auch das Unentschieden als vollauf gerecht bezeichnen.

In einer Partie, die für die Zuschauer alles bietet, kann es natürlich nicht ohne Fehler abgehen, lässt sich bei der Analyse danach auch einiges zu kritisieren. Die Abwehrleistung Lübbeckes in der ersten Spielhälfte zum Beispiel war längst nicht mehr so stark wie noch vier Tage zuvor beim Auswärtssieg in Wetzlar. Doch nach dem Seitenwechsel wurde dies besser beim TuS. Die Magdeburger Defensive hingegen besonders zu Beginn des zweiten Durchgangs schwächelte erheblich.

Dass die Hausherren in der ganzen ersten Spielhälfte nie in Führung gegangen waren, nutzte der Gegner keinesfalls für einen sicheren Vorsprung. In den ersten 30 Minuten hielt Arne Niemeyer Nettelstedt im Spiel. Allein acht Mal netzte der frühere Mindener und Ex-Hamburger ein, präsentierte sich in Länderspielform. Sich auf Niemeyer verlassen zu können, war für die Gastgeber auch deshalb wichtig, weil Henrik Hansen, wie schon zwei Wochen zuvor gegen Ahlen-Hamm, erneut verletzt vom Spielfeld gehen musste. Am Sonntag sah es dann aber ganz so aus, als sollte der Däne auf der TuS-Rückraum-Mitte lediglich eine schwere Prellung am Handgelenk davongetragen haben. Stefan Just gelang es erneut, recht ordentlich für Hansen in die Bresche zu springen und das Spiel zu führen.

Just war es auch, der mit einem schönen Schlagwurf in der 37. Minute zur 21:18-Führung traf. Schon der Lübbecker Sieg? Nein, SCM-Coach Frank Carstens nahm die Auszeit und formierte neu. Spätestens bei der Magdeburger 28:24-Führung sieben Minuten vor dem Ende schien das Ding endgültig zu Gunsten des SCM gelaufen zu sein. Doch der neue Nettelstedter Trainer Markus Baur fand eine Lösung: Er stellte auf eine sehr offensive Deckung um und brachte auf Rückraum-rechts den frischen Alexandros Alvanos - da wäre ganz am Schluss sogar noch ein Sieg für den TuS drin gewesen.

Baur sprach anschließend von einem auch gefühlten Sieg. "Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft, wie sie am Ende nach dem Vier-Tore-Rückstand noch einmal zurückgekommen ist", so Baur.