THW Kiel - Entzerrung des Wettkampfkalenders - Gislason: "Es ist langsam völlig absurd" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Entzerrung des Wettkampfkalenders

Gislason: "Es ist langsam völlig absurd"

Zweieinhalb Wochen vor dem Start der neuen Handball-Bundesligasaison hat Kiels Meister-Trainer Alfred Gislason eine Entzerrung des Wettkampfkalenders gefordert.

«Es ist langsam völlig absurd, was von den Spielern verlangt wird», sagte der Isländer. Vor allem mit dem Weltverband IHF und dem europäischen Verband EHF ging der frühere Profi hart ins Gericht. «Mein Eindruck ist, dass IHF und EHF nur an sich und ihre Fernsehgelder denken ­ aber die Spieler interessieren sie einen Scheißdreck. Jeder versucht, das Beste für sich herauszuholen, aber es wird zu viel gespielt, und die Saison ist zu lang», monierte der Coach, der bei diesem Thema in Bundestrainer Heiner Brand seit Jahren einen prominenten Fürsprecher hat.

Gislasons Vorschlag: Welt- und Europameisterschaften sollten nur noch im Vierjahresrhythmus stattfinden und nicht wie jetzt alle zwei Jahre. «Dann hätte man einen humaneren Rhythmus», meinte der frühere Profi. Jetzt absolvieren die Handballer jedes Jahr mindestens ein großes Turnier. Im Januar 2010 war es die EM, im Januar 2011 steht die WM in Schweden an. «Es heißt, man könnte das erst 2016 ändern. Die Spieler, die im Moment auf ihrem Zenit sind, werden dann eh völlig kaputt sein», erklärte Gislason, der auch die aus seiner Sicht zu hohe Zahl der Qualifikationsspiele kritisierte.

Für die neue Bundesliga-Saison erwartet Gislason erneut Spannung und Dramatik. Zwar sei der THW Kiel wieder Favorit, aber die Konkurrenz werde immer größer. «Wir können nicht davon ausgehen, dass wir einfach so einen Titel holen. Dafür müssen wir außergewöhnliche Leistungen bringen», erklärte Gislason, der vor allem den mit Nationalspieler Michael Kraus verstärkten Vorjahreszweiten HSV Hamburg, die SG Flensburg-Handewitt, die Rhein-Neckar Löwen sowie den VfL Gummersbach und den TBV Lemgo auf der Rechnung hat.

Für seine weitere Trainerlaufbahn hat der 50-Jährige, der beim THW noch bis 30. Juni 2014 unter Vertrag steht, ganz konkrete Vorstellungen. «Ich möchte gern in der Liga bleiben, bis ich 60 bin. Bevor ich abkratze, werde ich sowieso kaum vom Handball wegkommen», meinte Gislason, der 2002 mit dem SC Magdeburg und 2010 mit dem THW Kiel die Champions League gewann. Mit 60 wolle er dann ein Nationalteam übernehmen: «Das ist der Plan.»