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THW Kiel vor dem Saisonfinale

Gislason: "Wir sind noch lange kein Meister"

Handball paradox: In der Champions League Cup-Verteidiger BM Ciudad Real geputzt und Rekordsieger FC Barcelona in die Schranken gewiesen - aber in der Bundesliga hat der THW Kiel Angst vor dem Tabellenachten.

Am 5. Juni muss Europas Nummer eins im letzten Bundesliga-Saisonspiel beim TV Großwallstadt antreten. Holen die Kieler einen Punkt, sind sie zum 16. Mal deutscher Meister. Verlieren sie, schnappt sich wohl Nord-Rivale HSV Hamburg die Schale. Die Hanseaten müssen zeitgleich beim Fünfzehnten Balingen-Weilstetten antreten. «Das letzte Spiel beim TV Großwallstadt am Sonnabend wird das schwierigste der ganzen Saison», meint THW-Trainer Alfred Gislason.

Trotz der Warnung glaubt kaum jemand in Kiel und Hamburg an einen Ausrutscher des deutschen Rekordmeisters. «Das lässt sich Kiel nicht mehr nehmen», prophezeit HSV-Kapitän Guillaume Gille und gibt damit die Stimmung in Kiel exakt wieder. Auf dem dortigen Rathausplatz wird wie immer in den vergangenen fünf Jahren zur großen Sause gerüstet. Tausende von THW-Fans werden sich dort versammeln, um zunächst beim Public Viewing die letzte Saisonpartie ihres Vereins in der Aschaffenburger Frankenstolz-Arena zu verfolgen und anschließend bei Musik und Bier auf ihre Helden zu warten.

Gegen 21.45 Uhr soll die Mannschaft, die in einer kleinen Chartermaschine nach Kiel zurückeilt, per Auto-Corso auf dem Kieler Rathausplatz eintreffen. Selbst im schlimmsten aller Fälle wird gefeiert. Denn sollte der 16. Meistertitel verpasst werden, gibt es immer noch den Champions-League-Triumph eine Woche zuvor zu begießen.

Normalerweise können die Kieler gelassen zum TV Großwallstadt reisen. Die letzte Niederlage gegen die Unterfranken datiert vom Februar 2001. Seither hat der THW in 19 Duellen nicht verloren (16 Siege, drei Remis). Gleichwohl ist Großwallstadt heiß auf einen Sieg. Schließlich will der TVG seinen achten Tabellenplatz vor den punktgleichen Füchsen aus Berlin verteidigen, um im nächsten Jahr im EHF-Cup spielen zu dürfen. «Wir sind noch lange kein Meister», erwidert Gislason deshalb. Dass seine Mannen ihr Pulver noch nicht verschossen haben, bewiesen sie bei der Generalprobe am Mittwochabend gegen Balingen-Weilstetten (32:21).

Dennoch ist es schwer, eine Mannschaft zu motivieren, die die drei wichtigsten Saisonspiele bereits hinter sich hat: Binnen neun Tagen wurden der HSV im vorgezogenen Bundesliga-Finale und anschließend das spanische Spitzen-Duo Ciudad Real und Barcelona in der Champions League bezwungen. Das hat enorme Kraftreserven gekostet. «Natürlich wollen wir jetzt auch die Meisterschale. Das wäre der schönste Abschluss der Saison», beteuert Rückraum-Kanonier Filip Jicha.

Die Original-Schale steht auf jeden Fall in der Aschaffenburger Halle. Die Replik der Trophäe wird in die Sparkassen-Arena nach Balingen gebracht. Schon allein dieses Prozedere beweist: Auch die Bundesliga-Vereinigung HBL glaubt nicht an einen Ausrutscher des THW.

 

KOMMENTARE

Kanone, 05.06.10, 15:53 Uhr
"Ganz einfach, man muss Jicha komplett ausschalten, dann bekommen die Zebras das große Flattern und der HSV wäre am mehr »
hb2007, 04.06.10, 22:47 Uhr
Wenn sich die Großwallstädter das Auswärtsspiel vom THW in Lemgo nochmals genau anschauen, werden sie den Schlüssel mehr »
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