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Neue Spielervereinigung stellt sich vor

GOAL - ein Volltreffer für den Handball

Es soll ein Volltreffer werden, den Namen dafür hat es schon: Am Rande der offiziellen Saisoneröffnung durch die Handball-Bundesliga hat sich die neue geschaffene Spielervereinigung GOAL der Öffentlichkeit in München vorgestellt. Die Gemeinschaftliche Organisation Aller Lizenzhandballer in Deutschland e.V. (GOAL) will sich für die Rechte der Profi-Handballer in Deutschland und in Europa einsetzen und mehr Mitsprache beim engen Terminkalender und bei der Lizenzierung erwirken sowie bei Fragen des Anti-Dopings oder auch bei der Rechtsberatung aktiven Handballern zur Seite stehen. „Noch nie zuvor hat es eine Vereinigung gegeben, die sportliche, wirtschaftliche und rechtliche Interessen von Spielern der Handball-Bundesliga so vehement und organisiert artikuliert und auch wahrnehmen wird“, erklärte der ehemalige Nationalspieler Volker Michel, Mitglied des Vorstandes von GOAL, am Rande des Super-Cups zwischen dem THW Kiel und dem HSV Hamburg in München.

 

Seit Jahren beklagen die Handballer einen zu vollen und zu engen Terminkalender. Nicht selten kommen die Spieler der Spitzenclubs wie Kiel und Hamburg auf 100 Pflichtpartien pro Saison. Das zermürbt den Körper, das zerschleißt den Geist, das vermindert die Qualität des Spiels. „Wir müssen die Schraube einfach zurückdrehen. So geht es einfach nicht weiter“, betonte Nationaltorhüter Johannes Bitter. Der Hamburger ist eines der Zugpferde der neuen Vereinigung, die den Namen Gewerkschaft absichtlich vermeidet. „Das ist negativ behaftet“, sagte Vorstandsmitglied Michel.

 

Michel, der in Göppingen und zuletzt in Wetzlar selber aktiv war, betonte, GOAL werde stark auf Kooperation, statt auf Konfrontation setzen. Alles andere sei naiv und hasardeurhaft, so Michel. Einen Boykott von irgendetwas werde es nicht geben – da waren sich die Vertreter von GOAL einig.

 

Als Beispiel ihrer Arbeit führte Michel, der in München durch den Großwallstädter Torhüter und ebenfalls GOAL-Vorstandsmitglied Marcus Rominger unterstützt wurde, die Verlegung des ersten Bundesliga-Spieltages im neuen Jahr 2011 an. Die HBL hatte eigentlich am 1. und 2. Januar einen kompletten Spieltag angesetzt, nach einer gemeinsamen Unterschriften-Aktion der Profis wurde dieser aber verschoben. Kooperation statt Konfrontation eben. „Der Schritt, dass die Spieler sich selber organisieren, war längst überfällig“, erklärte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann, „wir begrüßen das sehr.“

 

GOAL, obwohl erst im Sommer 2010 in Aschaffenburg in Leben gerufen, hat in kurzer Zeit bereits rund 70 Mitglieder gewonnen. Allein 15 aktuelle Nationalspieler haben sich der Interessenvertretung angeschlossen. Die Spielervereinigung finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, die „lächerlich klein“ (Michel) sind. Zwischen zehn und 20 Euro verlangt GOAL für seine Dienste von den Profis. „Ein Zeichen, dass wir gemeinnützig arbeiten und im Vorstand alle ehrenamtlich“, sagte Rominger.

 

Erstes großes Ziel von GOAL wird sein, die Diskussion mit den Gremien der Handball-Bundesliga, der Europäischen Handball-Föderation und auch dem Weltverband aufzunehmen. „Wir fordern im Olympischen Jahr den Wegfall der Europameisterschaft“, unterstreicht Johannes Bitter. Damit würde die Belastung der Profi-Handballer von fünf auf vier internationale Turniere im olympischen Zyklus reduziert werden. Das wäre auf jeden Fall ein GOAL, auf jeden Fall ein Volltreffer.