HSV Hamburg - Grandioser Lindberg - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
 

Grandioser Lindberg

Adventszeit ist traditionell Lichtleinzeit. Auch im Gerry Weber Stadion versprühte der 30-Jährige wieder vorweihnachtlichen Glanz und brachte den TBV Lemgo mit seinen Paraden nach dem 13:18-Pausenrückstand fast ganz alleine wieder in die Spur. "Lichtlein hat die Bude einfach zugeknallt", schwang Respekt mit in der Stimme von HSV-Trainer Martin Schwalb, dessen Eleven sich 45 Minuten lang völlig unbeeindruckt von dem Pokal-Aus in Berlin zeigten.

Ausgehend von einem kompakten Mittelblock ließ der Tabellenführer von Beginn an seine Muskeln spielen. Nur beim 1:1 und 2:2 schaffte der TBV kurzzeitig den Gleichstand. Beim 6:11 musste Volker Mudrow schon nach einer Viertelstunde seine Auszeit nehmen. Doch immer wieder schoss Hans Lindberg katapultartig nach vorne und hatte beim 10:17 bereits 11 der 17 HSV-Treffer erzielt. "Das lag aber an uns", wollte sich Mudrow nicht hinter der grandiosen Lindberg-Show verstecken und verwies auf unerklärliche Abspielfehler, technische Hoppalas und einige ausgelassene Topchancen.

Martin Schwalb rotierte auch nach der Pause munter weiter und sah bei seinem Spielmacher-Roulette Michael Kraus mit Vorteilen gegenüber Guillaume Gille und Domagoj Duvnjak. Trotz 8300 Zuschauern war es lange Zeit merklich leise im Haller Tennistempel. Erst Lichtleins Paraden küssten das Publikum wach. Nun war auch Schwalb gefordert. "Lemgo hat eine sehr mannbezogene Abwehr aufgebaut und das Heft des Handelns übernommen. So wurde es mit jeder Minute schwerer." Couragiert biss sich bis zum Schluss Marcin Lijewski durch, der in der 27. Minute umgeknickt war und ganz wichtige HSV-Treffer zum 27:24 und 28:26 erzielte. So wankte Hamburg zwar, fiel aber nicht. Was Schwalb freute: "Das ist die Qualität, die wir weiter nachweisen müssen."