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Bundesliga-Auftakt: Favoriten setzen sich durch

Gummersbach stürmt an die Spitze - unter Protest

Altmeister VfL Gummersbach ist erster Tabellenführer der neuen Saison in der Handball-Bundesliga - allerdings nur unter Protest. Die nach dem Ausfall von Sponsoren finanziell gebeutelten Oberbergischen gewannen 31:18 (14:11) gegen Aufsteiger HSG Düsseldorf.

Nach der Partie legten die Rheinländer Einspruch gegen die Wertung des Spiels ein. Dagegen gab es am 35:25 (19:16)-Sieg von Rekordmeister und Titelverteidiger THW Kiel in Kassel gegen MT Melsungen sportrechtlich nichts auszusetzen.

Düsseldorfs Manager Frank Flatten will mit seinem Protest nicht am verdienten Gummersbacher Sieg kratzen. «Sie haben auch in der Höhe zu Recht gewonnen, waren die bessere Mannschaft», sagte Flatten der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir wollen geklärt sehen, ob der VfL die Gehälter der Spieler bezahlt und die Spielberechtigungen zurecht bekommen hat». Flatten verwies darauf, dass sein Verein bereits zweimal Schäden erlitten habe, weil Kontrahenten über ihre Verhältnisse gelebt hatten. Er sprach von mindestens 100 000 Euro Schaden für die HSG nach einer Niederlage im DHB-Pokalviertelfinale gegen Nordhorn, das anschließend seine Mannschaft nicht mehr bezahlen konnte. 150 000 Euro Schaden seien entstanden durch die Relegations-Niederlage gegen den TuSEM Essen, der dadurch in die Bundesliga aufgestiegen war und auch in die Insolvenz gehen musste. «Dass so etwas nicht wieder vorkommt, will ich durch die HBL geklärt wissen», betonte Flatten.

Außenseiter Düsseldorf führte in Gummersbach vor 3021 Besuchern sogar 5:1 (13.), ehe die Gastgeber zu ihrem Spiel fanden. Gummersbachs neuer Spielführer Robert Gunnarsson war sichtlich erleichtert, dass die finanziellen Probleme sich nicht auf dem Parkett ausgewirkt hätten. «Wir haben viel über die Unruhe der letzten Tage im Mannschaftskreis gesprochen und ich bin froh, dass wir nun eine sportliche Antwort gegeben haben», bemerkte Gunnarsson.

HSV steigert sich nach der Pause

Dank einer Steigerung in der zweiten Halbzeit hat der HSV Hamburg einen Fehlstart vermieden. Die Hanseaten gewannen beim TV Großwallstadt mit 28:24 (12:13). In der ersten Halbzeit hatte sich der Titelanwärter aus Norddeutschland allerdings einige Schaltpausen geleistet, so dass die Gastgeber mehrfach in Führung gegangen waren. Bester Torschütze beim HSV war Hans Lindberg mit neun Toren. Die lautstarke Ansprache von Trainer Martin Schwalb in der Halbzeitpause zeigte Wirkung: Nach dem Seitenwechsel spielte sein Team, das fünf Tage zuvor Rekordmeister THW Kiel in der Partie um den Supercup mit 35:28 bezwungen hatte, wesentlich konzentrierter und effektiver.

„In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Chancen vergeben. Außerdem hat die Abstimmung nicht funktioniert“, sagte Schwalb. Aus einem 11:13-Rückstand machten die Hamburger binnen 15 Minuten eine 23:16-Führung. Zwar kamen die Unterfranken noch einmal auf zwei Tore heran (24:26), doch die Gäste antworteten umgehend und sicherten den Erfolg. HSV-Torhüter Johannes Bitter musste in der 42. Minute nach einem Zusammenprall mit Oliver Köhrmann mit einer Schienbeinprellung vom Feld.

Gislasons Plan geht voll auf

In Kassel ging vor 3.310 Zuschauern die Taktik von Kiels Trainer Alfred Gislason vier Tage nach der Niederlage im Supercup gegen Hamburg auf. Jeweils zu Beginn der beiden Halbzeiten schickte der Isländer die Spieler aufs Feld, die schon in der vergangenen Saison das Trikot der «Zebras» trugen. Später brachte er dann für den Rückraum die Neuzugänge Momir Ilic und Daniel Narcisse. Gestützt auf den starken Torhüter Thierry Omeyer sorgte Kiel mit einem Zwischenspurt nach der Pause mit sechs Treffern hintereinander zum 25:16 (37.) für die Entscheidung. «Kompliment an meine Mannschaft. Unser Plan ist voll aufgegangen», stellte Gislason zufrieden fest.

Auch Mitfavorit Rhein-Neckar Löwen kam erst dank einer Steigerung in der zweiten Halbzeit zum ersten Saisonsieg mit 29:23 gegen Wiederaufsteiger TuS N-Lübbecke. Am Sonntag gewannen die Füchse Berlin bei GWD Minden mit 26:21. 26 Jahre nach dem Rückzug des PSV Hannover kehrte Niedersachsens Landeshauptstadt durch einen glücklichen 28:27-Sieg des TSV Hannover-Burgdorf gegen HBW Balingen- Weilstetten erfolgreich in die Bundesliga zurück.