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Bundesliga

GWD Minden erkämpft sich einen Punkt

Stark ersatzgeschwächt und als krasser Außenseiter angetreten hat sich GWD Minden in eigener Halle ein Unentschieden gegen die MT Melsungen erkämpft. Mit 34 Treffern zeigten sich die Dankerser damit so torhungrig wie schon lange nicht mehr. Ein überraschend stark aufspielender Christopher Kunisch und Rene Bach Madsen verdienten sich ein Sonderlob. Ob dieser Punkt im Kampf um den Klassenerhalt mehr als ein Prestigeerfolg ist, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.
Von der ersten Minute an versuchten die Gastgeber mit einer sehr offensiven Deckungsvariante und druckvollem Tempospiel die Melsunger gar nicht erst in die Partie kommen zu lassen. Die stark ersatzgeschwächte GWD-Sieben machte sehr viel aus ihren Möglichkeiten und konnte die Anfangsphase ausgeglichen gestalten. Mit Nikolas Katsigiannis (Wadenverletzung) hatte sich vor der Begegnung noch ein weiterer Akteur dem grün-weißen Krankenlager hinzugesellt, so dass Svenn-Erik Medhus erste Wahl zwischen den Pfosten war. Die nach dem Ausfall von Stephan Just vakant gewordene Position des Mittelmannes übernahm Christopher Kunisch aus dem Regionalligateam. Eine Viertelstunde war gespielt, als die Hausherren mit einem starken Zwischenspurt einen 8:10-Rückstand in eine 12:10-Führung verwandelten. Mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen und einem sehr entschlossen auftretenden Rene Bach Madsen brachten die Mindener genau diesen Vorsprung bis zum Seitenwechsel über die Zeit.
Und auch nach dem Wiederanpfiff ging es für die Grün-Weißen gleich gut los: Mit einem Doppelschlag brachte Gylfi Gylfason sein Team mit vier Toren in Front. Doch in der Folge verloren die Gastgeber nach einer Zeitstrafe gegen Anders Henriksson ein wenig den Faden, Fehler häuften sich und es wurde wieder verdammt eng für den krassen Außenseiter. Doch während die MT eher unspektakulär agierte und von der Substanz lebte, profitierten die Mindener immer wieder davon, dass einzelne Akteure eine Leistung ablieferten, die nicht unbedingt zu erwarten war. Rene Bach Madsen ließ sich kaum stoppen und erzielte insgesamt neun Treffer. Einen bemerkenswerten Auftritt legte auch Christopher Kunisch hin. Der „Reserve-Mittelmann" führte sehr konzentriert und solide Regie und glänzte nebenbei noch mit drei Toren. Nicht zuletzt waren die 16 Paraden von Svenn-Erik Medhus wesentlich verantwortlich dafür, dass GWD so lange im Rennen blieb. Zwei Minuten vor dem Abpfiff standen die Zuschauer in der KAMPA-Halle auf den Rängen, um ihrem großartig kämpfenden Team in der entscheidenden Phase zum Erfolg zu verhelfen. Doch wenige Sekunden vor Ablauf der Zeit verloren die Mindener im Angriff den Ball. Der abschließende Freiwurf der Gäste ging knapp am Tor vorbei.


Stimmen zum Spiel:
Ulf Schefvert:
„Es ist nicht gut, dass wir in der entscheidenden Phase den Ball nach einem technischen Fehler verloren haben. In der Abwehr hatten wir ein wenig Probleme, kompakt zu stehen. Mit dem Kampf unserer Mannschaft bin ich sehr zufrieden. Wir könnten jetzt auch genauso gut mit leeren Händen dastehen und darum können wir über den Punkt froh sein. In der Offensive haben wir eine neue Idee vom Spiel entwickelt und die Spieler glauben daran, dass es funktioniert. Darum haben wir in der Offensive so erfolgreich gespielt."

Ryan Zinglersen: „Ich bin mit dem einen Punkt sehr zufrieden. Für mich ist das ein Punktgewinn. Unsere Abwehr hat schlecht agiert, wir haben da nicht gut zusammen gearbeitet. Wenn man als Mannschaft sehr viele Verletzte hat, dann rückt man immer ganz eng zusammen. Minden hat super gekämpft. Ich gratuliere Ulf zu diesem kämpferischen Einsatz. Davon waren wir vielleicht ein wenig überrascht. Unsere drei vergebenen Siebenmeter haben auch Unruhe in die Mannschaft gebracht."