Rhein-Neckar Löwen - Bei den Löwen klaffen Anspruch und Realität weit auseinander - "Haben jeden Zweikampf verloren" - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Bei den Löwen klaffen Anspruch und Realität weit auseinander

"Haben jeden Zweikampf verloren"

Überall wünscht man sich einen Guten Rutsch in ein frohes Neues Jahr, nicht nur in Handballerkreisen. Im Rhein-Neckar-Raum klingen nach dem bösen Ausrutscher in Lübbecke allerdings alle guten Wünsche wie der reine Hohn. Bei den Löwen hängt nach dem Absturz auf Platz fünf zum Jahreswechsel der Haussegen reichlich schief.

Nach der WM-Pause warten gleich Anfang Februar nämlich die beiden Topspiele gegen den THW Kiel und bei Spitzenreiter HSV Hamburg auf die Schützlinge von Trainer Ola Lindgren. Doch zum Jahresausklang blamierte sich das Star-Ensemble aus 16 Nationalspielern aus sieben Ländern beim 26:31 in Lübbecke noch einmal nach Leibeskräften. „Lübbecke war heute besser. Das ist Fakt. Die Abwehr und die Torhüter waren bei uns nicht gut genug. Deshalb haben wir die Punkte nicht mitnehmen können“, resümierte Lindgren.

Das bittere Fazit des tief enttäuschten, schwedischen Löwen-Bändigers: „Auch 26 Tore im Angriff sind zu wenig, damit wird es schwer, ein Spiel zu gewinnen. Wir haben es nicht geschafft, dagegen zu halten und jeden Zweikampf in der Defensive verloren. Das ist zu wenig, um zu gewinnen.“ Was Kapitän Gudjon Valur Sigurdsson genauso sah: „Klar ist, wir müssen uns deutlich verbessern. Wir bringen uns selbst in solche Situationen und bauen den Gegner auf. Wir haben heute fast alle Zweikämpfe im Angriff und in der Abwehr verloren“, sagte der isländische Klassespieler ratlos.

Fakt ist: Statt sich – wie angestrebt – als dritte Kraft zu etablieren, um vielleicht in der Rückrunde die „Großen Zwei“ Hamburg und Kiel attackieren zu können, dümpelt die Mannheimer Multi-Millionen-Truppe hinter Göppingen und Flensburg nur auf Platz fünf. Und nach der zwischenzeitlichen Erfolgsserie von 17 Spielen ohne Niederlage haben inzwischen die anderen, die ‚Kleinen‘, wie am Tag vor Silvester Aufsteiger Nettelstedt-Lübbecke, offenkundig den – einige Male recht hilfreichen - Respekt vor den Löwen verloren.