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THW in Topform für die "Festtage vor den Festtagen"

Hamburg "erhobenen Hauptes" nach Kiel

Kieler Gala, Hamburger Zittersieg: Eine Woche vor dem großen Showdown der beiden Titelfavoriten hat sich nur der THW Kiel in meisterlicher Form präsentiert. Während sich der deutsche Rekordchampion mit dem 41:22-Kantersieg gegen den TSV Hannover- Burgdorf leicht und locker auf den Handball-Gipfel am kommenden Sonntag einwarf, rettete Nordrivale HSV Hamburg am Samstag erst in letzter Minute den schmeichelhaften 25:24-Heimerfolg gegen TuS N- Lübbecke.

Derad hofft auf „Kieler Woche“

Kein Wunder, dass THW-Geschäftsführer Uli Derad dem Knaller gegen den HSV - zuvor steigt für die Kieler am Mittwoch noch das Pokal-Derby in Flensburg - in freudiger Erwartung entgegenblickt: „Es knistert schon richtig. Das sind die Festtage vor den Festtagen“, sagte Derad, der auf eine „Kieler Woche im Dezember“ hofft. In der Form vom Hannover-Spiel ist dem Kieler Star-Ensemble jedenfalls wieder alles zuzutrauen - auch ein überzeugender Sieg gegen die bislang so starken Hamburger, die einen Punkt hinter den Zebras als Einziger dem Spitzenreiter auf den Fersen bleiben.

Gegen Hannover zeigte der THW, warum er die vergangenen 13 Ligapartien allesamt gewonnen hat: In der Offensive erwischten National-Rechtsaußen Christian Sprenger und seine Kollegen einen furiosen Frühstart und warfen schon bis zu 20. Minute einen Zwölf-Tore-Vorsprung heraus, der kaum geforderten Defensive verlieh der zweite Keeper Andreas Palicka sicheren Rückhalt. THW- Trainer Alfred Gislason gerierte sich trotz der Handball- Demonstration, bei der der verletzte Superstar Daniel Narcisse fehlte und an der Filip Jicha nach auskurierter Grippe nur kurz mitwirkte, als Mahner: „Gegen Teams wie Flensburg oder Hamburg herrscht eine ganz andere Atmosphäre“, warnte Gislason.

„Hätten uns nicht beschweren dürfen“

Darauf müssen - nimmt man die wenig erbauliche Leistung gegen N- Lübbecke als Maßstab - auch die Hamburger hoffen, wenn sie am kommenden Sonntag in der Kieler Arena bestehen wollen. Gegen die Ostwestfalen bedurfte es eines späten Treffers des polnischen Rückraumspielers Marcin Lijewski 21 Sekunden vor Schluss, ehe der Heimsieg gegen den Tabellen-12. unter Dach und Fach war. „Nettelstedt hat mehr als nur am Sieg gerochen. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir einen oder zwei Punkte verloren hätten“, sagte HSV-Trainer Martin Schwalb. So aber schöpfte er aus dem dramatischen Finale Zuversicht für die kommende Herkulesaufgabe: „Wir können trotzdem mehr als nur erhobenen Hauptes nach Kiel fahren.“

Der HSV-Coach wollte auf die Schwächen seines Teams nicht eingehen. Seine Mannschaft habe ihre Qualität dadurch bewiesen, dass sie trotz der Schwierigkeiten den Sieg über die Zeit brachte. „Das schaffen nicht viele Teams“, sagte Schwalb. Der HSV hatte Kiel am 6. November 2007 die bis dato letzte Heimniederlage in der Bundesliga zugefügt. „Gegen Kiel werden wir ein ganz anderes Spiel erleben“, kündigte Schwalb an.

Platz drei das Maß aller Dinge

Den dritten Platz festigten die Rhein-Neckar-Löwen, die ihrer Favoritenrolle  beim 40:21 gegen den SC Magedeburg gerecht wurden. „Nachdem wir zu Hause in der laufenden Saison bereits zweimal verloren haben, sind wir besonders erleichtert über diesen Sieg“, sagte Kapitän Guojon Valur Sigurosson, der sechs Tore zum Sieg der Löwen beisteuerte. Mit Spannung blicken auch die Rhein-Neckar Löwen dem Top-Spiel entgegen. „Das sind zwei außergewöhnliche Mannschaften, die zu Recht da oben stehen“, sagte Geschäftsführer Thorsten Storm: „Wir sind in unserer Entwicklung noch nicht so weit. Für uns ist Platz drei das Maß der Dinge.“