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Bundesliga ist eine Vier-Klassen-Gesellschaft

Hamburg und Kiel sind die Außerirdischen

Per Carlen hat wohl Recht.“Hamburg und Kiel spielen in einer anderen Welt“, hatte der Trainer der SG Flensburg-Handewitt als Fazit aus den beide hohen Niederlagen gegen die Top-Teams gezogen. Nach einem Viertel der Saison hat sich in der Bundesliga eine Vier-Klassen-Gesellschaft gebildet.

Gehören die Löwen zur absoluten Spitze?

Was trotzdem eine spannende Saison verspricht: Die vier Gruppen sind nicht strikt voneinander getrennt, an den Rändern etwas unscharf. Dadurch ist nicht nur bei den Begegnungen von Teams auf Augenhöhe Spannung garantiert, sondern immer mal wieder Überraschungen drin. Selbst auf höchstem Niveau, wie der Überraschungs-Coup des TBV Lemgo beim 27:27 in Kiel, Lübbeckes Sieg gegen Flensburg oder Wetzlars Coup gegen den TBV demonstriert haben.

Und bei einigen Teams ist noch nicht endgültig geklärt, wo sie denn wirklich hingehören. So wie bei den Rhein-Neckar Löwen. Die haben zwar gegen die beiden ‚Außerirdischen‘, den THW und den HSV, verloren, scheinen aber – zumal das Mannheimer Star-Ensemble mit zunehmender Spielzeit immer besser zu harmonieren scheint – dem Rest der Bundesliga ebenfalls deutlich überlegen. Ist es also ein Top-Duo oder sogar ein Top-Trio, das die stärkste Liga der Welt anführt?

Blick auf Europa oder Mittelmaß?

Hinter der (zwei- oder dreiköpfigen) Spitze liegen die europäisch ambitionierten Teams. Göppingen, Gummersbach, Lemgo und Flensburg sind gegen die beiden (oder drei) ganz oben zwar chancenlos, halten aber trotz Problemen mit der Konstanz (Lemgo!) Kurs auf die Plätze, die nächste Saison für eine Europacup-Teilnahme reichen. Ob Großwallstadt und Berlin ebenfalls in die Kategorie Verfolger gehören, wird der November zeigen – oder ob der TVG und die Füchse nur die Spitze des Mittelfelds bilden?

Zum Mittelmaß ohne echte Abstiegssorgen zählen außerdem Magdeburg, Wetzlar, Lübbecke, Minden und Melsungen. Oder zählen die drei Letzteren schon zu denen, für die es nur gegen den Abstieg geht – eine spannende Frage. So ist Melsungen zunächst als Kellerkind gestartet, was angesichts des Auftaktprogramms gegen Kiel und Hamburg nicht wirklich überraschen konnte. Nach sechs Spieltagen schienen die Nordhessen auf Kurs, mit den Niederlagen in Dormagen und der hohen Heimpleite gegen Gummersbach ist die Abstiegszone aber bedrohlich nahe.

Nur nicht absteigen

Andererseits haben die Mindener, für die es erklärtermaßen nur um den Klassenverbleib geht, überraschend in Lübbecke und in Großwallstadt gepunktet, und stehen daher derzeit über dem eigenen Soll. Unbestreitbar die Kellerfraktion bilden die vier Schlusslichter. Die Aufsteiger Düsseldorf und Hannover  sowie Dormagen und der HBW Balingen-Weilstetten wissen, dass aufgrund der wirtschaftlichen und entsprechend der sportlichen Gegebenheiten es nur darum geht, nicht abzusteigen.

Was – siehe Dormagen gegen Melsungen – nicht heißt, dass auch nur ein Zähler kampflos verschenkt würde. Daher ist ab dem 3. November, wenn die kleine Supercup-Pause vorbei ist, weiter Spannung garantiert – trotz Klassengesellschaft . . .