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Hamburg zittert - Kiel glänzt

Das Kopf-an-Kopf-Rennen um die deutsche Meisterschaft geht weiter. Tabellenführer HSV Hamburg musste sich lange Zeit harter Gegenwehr der Füchse Berlin erwehren, ehe nach einer dramatischen Schlussphase der wichtige 34:32 (14:15)-Heimsieg unter Dach und Fach war.
Im Fernduell zog Titelverteidiger THW Kiel nach: Der Rekordmeister nahm die schwere Auswärtshürde beim VfL Gummersbach und siegte nach einer taktisch disziplinierten und spielerisch starken Leistung 29:22 (15:14).
Dadurch bleibt die Tabellenkonstellation unverändert. Hamburg hat zwar weiter mit einem Punkt die Nase vorn, doch der Erzrivale von der Kieler Förde hat ein Spiel weniger absolviert und könnte demnächst wieder am HSV vorbeiziehen. Der SC Magdeburg feierte nach fünf Niederlagen in Serie mit dem 33:32 (16:16) gegen die HSG Düsseldorf den ersten Sieg unter Interimstrainer Sven Liesegang.
Das Hamburger Publikum traute seinen Augen nicht, denn die engagiert auftretenden Berliner brachten den Favoriten an den Rand einer Niederlage. Die Füchse spielten mit einer guten Abwehr und einem starken Torhütergespann. Der HSV, noch verunsichert von der herben Pleite gegen Gummersbach, fand nur über den Kampf in die Partie, spielerisch ließen Pascal Hens und Co. vieles offen. Beim 30:30 (56.) sah es nach einer Sensation aus, doch in einem packenden Endspurt hatte der HSV das Glück auf seiner Seite. «Am Ende war es etwas glücklich, aber verdient», sagte Hamburgs Nationalspieler Torsten Jansen.
Der THW revanchierte sich unterdessen für die Pokal-Schmach: Im Viertelfinale hatten die Oberbergischen den Rekordmeister mit 26:35 gedemütigt und dafür gesorgt, dass die «Zebras» erstmals seit 2003 nicht beim Final Four dabei sind.
Die Gummersbacher versuchten, den THW wie schon zuvor Hamburg mit einer offensiven 3:3-Abwehr zu Fall zu bringen. Doch die Taktik ging nicht auf. Die Kieler nutzten die Lücken und setzten sich schnell auf 5:1 (8.) ab. VfL-Trainer Sead Hasanefendic sah sich zu einer schnellen Auszeit genötigt. Diese zeigte Wirkung: Die Gastgeber kamen nach und nach heran. Das Top-Spiel wurde vor allem zu einem Duell der Torhüter: Der Kieler Thierry Omeyer und sein Gegenüber Goran Stojanovic boten herausragende Leistungen. Doch auch Stojanovic konnte nicht verhindern, dass seinen Vorderleuten in der zweiten Hälfte die Luft ausging und der Meister mit einer abgeklärten Leistung den verdienten Auswärtssieg einfuhr.