HSV Hamburg - Comeback zur Crunch-Time geplant - Hamburgs Nationalspieler Pascal Hens verpasst erneut den Saisonauftakt - Handball - Bundesliga - Artikel - Handballwoche
Comeback zur Crunch-Time geplant

Hamburgs Nationalspieler Pascal Hens verpasst erneut den Saisonauftakt

Das orthopädische Schuhwerk durfte er mittlerweile schon ablegen. Ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Comeback. Wie lange der Weg aber noch sein wird, bis Pascal Hens wieder für den HSV Hamburg auflaufen wird, weiß noch nicht einmal er. "Langsam machen", lautet derzeit die Devise des 29-Jährigen, der quasi von der Hochzeitsfeier in Richtung OP-Tisch aufbrechen musste. Am 21. Juli kam "Pommes" in Basel unters Messer, beim gleichen Arzt, bei dem einige Wochen später sein französischer Mannschaftskollege, Kreisläufer Bertrand Gille, landete - ebenfalls zur Achillessehnen-Operation. Bei Hens, der seit langem über Beschwerden klagte, wurde ein Knochensporn entfernt, der auf die Achillessehne drückte.

Wie schon im Vorjahr, als er sich in Peking im Vorrundenspiel gegen Island eine Schienbeinkopf-Fraktur zuzog und lange ausfiel, verpasst der Hamburger nun die komplette Vorbereitung mit der Mannschaft. Er ist aber so oft es geht beim Team, war mit im Trainingslager und bei Vorbereitungsspielen, aber derzeit ist noch nicht einmal Jogging angesagt. "Es steht überhaupt nicht fest, wann ich wieder ins Mannschaftstraining eingreife", sagte er im HW-Interview. Und da auch Gille langfristig ausfällt, muss der HSV das Team umstellen, somit erhält auch Neuzugang Igor Vori eine andere Rolle. "Eigentlich sollten sich Vori und Gille ergänzen, sollten sich gegenseitig entlasten, jetzt muss Igor mehr Verantwortung übernehmen, aber das wird er schaffen", sagt Hens.


Durchmarsch verhindern

Es sei bitter, dass gleich zwei Stammspieler lange fehlen, aber Hens wäre nicht Hens, wenn er nicht seine eigene These hätte: "In der Crunchtime, der heißen Saisonphase, sind wir wieder dabei. Und dann geht es um die Titel." Was die Hamburger Titelträume betrifft, so sei der äußere Druck vor dieser Saison nicht so groß wie im Vorjahr, als "der Druck hochgeredet worden" sei. Natürlich will der HSV auch angesichts der Vori-Verpflichtung in allen Wettbewerben oben mitspielen, schließlich habe man ein eingespieltes Team, aber für Hens ist der heutige Super-Cup-Gegner THW Kiel immer noch der große Favorit auf den Liga-Titel.

Die Hoffnung des Rückraumspielers: "Viele Mannschaften wie wir, die Löwen oder Lemgo wollen einen ähnlichen Durchmarsch der Kieler wie im Vorjahr verhindern." Daher sei ein guter Start für den HSV das A und O. Und das betrifft auch die Champions League: "Wir waren zweimal in Folge im Halbfinale, das war ein geniales Gefühl. Da wollen wir natürlich wieder hin, auch wenn wir sehr schwere Gegner haben. Aber ab dem Viertelfinale ist es sowieso egal, auf wen du triffst, da wird alles schwer." Aufgrund seiner langwierigen Reha ist die Nationalmannschaft derzeit bei Hens wahrlich nicht Thema Nummer eins, auch wenn er häufig mit Heiner Brand telefoniert. "Erst einmal gesund werden, dann weitersehen", lautet seine Devise. Aber Hens bekundet auch seinen "Spaß am Nationalteam" und will "eine Rolle in der Mannschaft spielen".


Erster Schritt Richtung EM

Dass die nachrückende Generation gerade WM-Gold errungen hat, zeige, dass der deutsche Handball auf dem richtigen Weg sei. Aber Hens wünscht sich auch mehr Junioren in der Bundesliga - eine Aussage, die Brand sicherlich sofort unterschreiben würde. Wann der Bundestrainer auf seinen 2007er WM-Helden zurückgreifen kann, steht noch in den Sternen. Aber ein erster Schritt in Richtung EM in Österreich ist mit dem Verlassen des orthopädischen Schuhs ja immerhin schon einmal getan.